18. August 2022
Sedgwick Brand Protection veröffentlicht den US-Produkt-Rückrufindex für das zweite Quartal 2022
MEMPHIS, Tennessee, 18. August 2022 – Die Zahl der in diesem Jahr zurückgerufenen US-Produkte hat laut dem kürzlich von der Abteilung für Markenschutz des Unternehmens Sedgwick veröffentlichten US-Produktrückrufindex bereits die Marke von 1 Milliarde überschritten.
Nur in zwei anderen Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen wurden mehr als 1 Milliarde Einheiten zurückgerufen: 2018 und 2021. In diesen Jahren dauerte es ein ganzes Jahr, bis diese Schwelle erreicht wurde. Im Jahr 2022 reichten bereits die ersten sieben Monate aus, sodass sich dieses Jahr hinsichtlich der Anzahl der zurückgerufenen Einheiten als Rekordjahr abzeichnet.
Die Automobil-, Konsumgüter-, Lebensmittel- und Getränke-, Medizinprodukte- sowie die Pharmaindustrie sehen sich weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert, die sich aus einer verschärften behördlichen Aufsicht sowie aus geopolitischen Problemen und anhaltenden Problemen im Bereich der öffentlichen Gesundheit ergeben, darunter COVID-19 und Affenpocken.
Der branchenführende vierteljährliche Bericht von Sedgwick zum Markenschutz bietet einen detaillierten Einblick in die wirtschaftlichen, regulatorischen und rechtlichen Herausforderungen, denen verschiedene Branchen ausgesetzt sind, sowie in Möglichkeiten, wie Unternehmen ihren Ruf und ihre Marken schützen können. Neben den neuesten Daten und Trends zu Produktrückrufen aus dem zweiten Quartal 2022 enthält der Bericht auch Erkenntnisse, Analysen und Prognosen der Markenschutzexperten von Sedgwick sowie des Netzwerks strategischer Partner.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Rückrufdaten des zweiten Quartals
- Die Zahl der Rückrufaktionen in der Automobilbranche stieg im zweiten Quartal 2022 auf 245, nachdem sie in den beiden vorangegangenen Quartalen rückläufig gewesen war. Die Zahl der betroffenen Fahrzeuge blieb mit 9,2 Millionen gegenüber dem Vorquartal relativ stabil.
- Die Zahl der Rückrufe von Konsumgütern ging im zweiten Quartal 2022 um 15,6 % zurück, von 77 Fällen im ersten Quartal auf 65. Auch die Gesamtzahl der zurückgerufenen Einheiten sank im zweiten Quartal, allerdings nur um 3,5 % auf 6,7 Millionen Einheiten.
- Die Zahl der Rückrufaktionen für Lebensmittel und Getränke durch die US-amerikanische Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde (FDA) stieg im zweiten Quartal 2022 auf 120, was einem Anstieg von 9,1 % gegenüber dem ersten Quartal entspricht. Die Anzahl der betroffenen Einheiten ging jedoch deutlich (um 81,3 %) auf 27,5 Millionen Einheiten zurück. Die Zahl der Lebensmittelrückrufe durch das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) stieg mit 13 Fällen auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Auch die Anzahl der betroffenen Einheiten verzeichnete einen deutlichen Anstieg um 1.391 % auf 973.374 Pfund.
- Während die Zahl der Rückrufe von Medizinprodukten um 34 % stieg (und mit 268 Fällen ein Zweijahreshoch erreichte), sank die Zahl der betroffenen Einheiten um 96,8 % auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren (10 Millionen).
- Zum zweiten Mal in Folge gab es insgesamt 94 Rückrufaktionen im Pharmabereich. Die Zahl der betroffenen Einheiten sank im zweiten Quartal auf 20,6 Millionen Einheiten und erreichte damit den niedrigsten Stand seit über einem Jahr.
- Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) blickte auf ein ereignisreiches zweites Quartal zurück, in dem sie mehrere Normen zur Kraftstoffeffizienz verabschiedete und die Bußgelder erhöhte – was bedeutet, dass der Automobilindustrie bald Geldstrafen in Millionenhöhe drohen könnten. Autonome Fahrzeuge werden weiterhin ein Schwerpunkt der NHTSA sein; die Behörde arbeitet derzeit an der Aktualisierung von Sicherheitsstandards, die zwar den Automobilherstellern die Last der Einhaltung auferlegen, aber das Vertrauen der Verbraucher in autonome Fahrzeuge stärken werden.
- Wie wir bereits seit mehreren Quartalen beobachten können, wird die Sicherheit von Kindern für die Aufsichtsbehörden der Konsumgüterindustrie auch weiterhin eine Priorität sein. Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) rücken ganz oben auf die Liste der Schadstoffe, gegen die Aufsichtsbehörden und Prozessanwälte mit Vorschriften und Klagen vorgehen.
- Rückrufe von Babynahrung haben weiterhin nachhaltige Auswirkungen auf die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, da die FDA und andere Aufsichtsbehörden die Ursachen, die langen Reaktionszeiten und die Präventionsmaßnahmen untersuchen. Es wird erwartet, dass die FDA mit der strikten Durchsetzung der „Foreign Supplier Verification Programs“ (FSVP) beginnt, was die Risiken für Lebensmittelimporteure erhöht.
- Angesichts des technologischen Fortschritts im Bereich der Medizinprodukte veröffentlicht die FDA Leitlinien zum Schutz von Medizinprodukten vor Cyberangriffen. Dieser Bereich wird für die FDA wahrscheinlich weiterhin im Fokus stehen, da eine Beeinträchtigung der Cybersicherheit zum Tod eines Patienten führen könnte. Auch der Gesetzgeber arbeitet daran, die Notfallvorsorge für Notfälle im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu aktualisieren, einschließlich Reformen, die Auswirkungen auf die Medizinproduktebranche haben könnten.
- Die Durchsetzung der Vorschriften wird für die Pharmaindustrie ein Schwerpunkt sein, da die FDA Warnschreiben für Produkte mit Cannabis-Anteil verschickt und den Verkauf der Produkte eines E-Zigaretten-Herstellers verboten hat. Obwohl das Verbot aufgehoben wurde, dürfte die Angelegenheit damit noch nicht beendet sein. Die FDA hat in der Folge weitere Schritte unternommen, um ein Verbot von Aromen ohne Tabakanteil, darunter auch Menthol in Zigarren und Zigaretten, einzuleiten.
Ein Ausblick auf die zweite Jahreshälfte 2022
„Sowohl Aufsichtsbehörden als auch Gesetzgeber haben ihre Kontrollen in allen Branchen verschärft, neue Richtlinien und Vorschriften eingeführt und begonnen, Unternehmen, die ihrer Ansicht nach gegen Vorschriften verstoßen, öffentlich anzuprangern. Hinzu kommen die aktuellen geopolitischen Probleme und anhaltenden Krisen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, sodass Unternehmen mit neuen Risiken konfrontiert sind, die immer schwieriger zu bewältigen sind“, sagte Chris Harvey, Senior Vice President für Markenschutz bei Sedgwick. „Angesichts dieser Hindernisse sollten Unternehmen ihre Rückruf-, Krisen- und Kommunikationspläne kontinuierlich überprüfen und aktualisieren, um sicherzustellen, dass ihre Marken und ihr Ruf auch künftige Herausforderungen meistern können.“
„Dies ist das zweite Jahr in Folge, in dem mehr als 1 Milliarde Einheiten von Produktrückrufen in den USA betroffen waren. Wenn die erste Jahreshälfte ein Anzeichen dafür ist, sollten wir davon ausgehen, dass das Jahr 2022 alle bisherigen Rekordjahre in Bezug auf zurückgerufene Produkte in den Schatten stellen wird“, sagte Amanda Combs, Rückrufberaterin in der Abteilung für Markenschutz bei Sedgwick. „Auch wenn die Aufsichtsbehörden vielleicht noch nicht wieder das Arbeitsniveau vor der Pandemie erreicht haben, dürfen Unternehmen in ihrem Fokus auf Produktsicherheit nicht nachlassen. Kontrollen und Durchsetzungsmaßnahmen finden nach wie vor statt.“
Der Rückrufindex wird vierteljährlich von den Markenschutz-Experten von Sedgwick veröffentlicht. Es handelt sich um den einzigen Bericht, der Rückrufdaten aus verschiedenen Aufsichtsbehörden und Branchen zusammenfasst und nachverfolgt, um den Akteuren der Branche dabei zu helfen, sich im regulatorischen Umfeld, bei Produktrückrufen und anderen Herausforderungen auf dem Markt zurechtzufinden. Weitere Informationen finden Sie untersedgwick.com/brandprotection.
Um den aktuellen Rückrufindex herunterzuladen, besuchen Sie die Seite„Bericht zum US-Produktrückrufindex“.
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