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Von Jeremy Schutz, Leiter der Geschäftsentwicklung

Mitte November verabschiedete der US-Kongressdas Gesetz über die fortlaufende Mittelzuweisung, Landwirtschaft, die Legislative, militärische Bauvorhaben und Veteranenangelegenheiten sowie Verlängerungen für das Jahr 2026(H.R. 5371). Das Gesetz wurde von Präsident Trump unterzeichnet und beendete damit den längsten Stillstand der US-Regierung in der Geschichte. Wie schon der lange Name vermuten lässt, umfasst der Gesetzentwurf ein breites Spektrum an Zuständigkeiten, die sich auf eine Vielzahl von Sektoren auswirken. 

Eine bestimmte Ergänzung erregte aufgrund ihres Potenzials, die Zukunft der Hanfbranche erheblich zu verändern, schnell die Aufmerksamkeit der Branche. Die Bestimmung sieht vor, die sogenannte „Hanf-Lücke“ im Agrargesetz von 2018 zu schließen. Sofern bis November 2026 keine entsprechenden Gesetzesänderungen verabschiedet werden, wird ein erheblicher Teil der Hanfprodukte unter Strafe gestellt.

Wichtiger Kontext

Im Jahr 2018 verabschiedete der Kongress den„Agriculture Improvement Act of 2018“(„Farm Bill 2018“), der „Hanf“ gemäß der Definition als „die Pflanze Cannabis sativa L. und alle Teile dieser Pflanze, einschließlich ihrer Samen sowie aller Derivate, Extrakte, Cannabinoide, Isomere, Säuren, Salze und Salze von Isomeren, unabhängig davon, ob sie wachsen oder nicht, mit einem Delta-9-Tetrahydrocannabinol-Gehalt von höchstens 0,3 Prozent, bezogen auf das Trockengewicht“.

Das Agrargesetz von 2018 regelte keine anderen Cannabinoide als Delta-9-THC, was eine „Lücke“ für Hersteller schuf, berauschende Produkte mit anderen Cannabinoid-Arten wie Delta-8, Delta-10 und THC-O herzustellen, solange der Gehalt an Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) in diesen Produkten 0,3 % oder weniger, bezogen auf das Trockengewicht, betrug. Dies führte rasch zu einer boomenden Hanfindustrie, derenWert mittlerweile auf28 Milliarden Dollar geschätzt wird. 

Diese „Lücke“ hat jedoch zur Folge, dass Hanfprodukte wesentlich weniger strengen Vorschriften und Kontrollen unterliegen. Es besteht keine Verpflichtung zur Prüfung, und es sind Bedenken aufgekommen, dass die fehlende Aufsicht durch die Food and Drug Administration (FDA) zu unsicheren Produkten geführt hat, die möglicherweise mit anderen Chemikalien verunreinigt, falsch gekennzeichnet sind oder unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Änderungen im Rahmen des Gesetzes über die vorläufige Mittelzuweisung

Das kürzlich verabschiedete Gesetzändertdie Definition von Hanf aus dem Agrargesetz von 2018 dahingehend, dass die Gesamtkonzentration an Tetrahydrocannabinol – und nicht nur die Konzentration an Delta-9-THC – auf höchstens 0,3 % bezogen auf das Trockengewicht begrenzt wird. Die neue Definition schließt zudem synthetische Cannabinoide aus, wodurch Delta-8 und THCA nach Bundesrecht faktisch illegal werden. 

Darüber hinaus legt die Maßnahme einen Grenzwert von 0,4 Milligramm Gesamt-THC pro Verpackungseinheit in einem Endprodukt aus Hanf fest. Dadurch entsteht ein Widerspruch zwischen dem Grenzwert von 0,3 % des Trockengewichts für die Gesamt-THC-Konzentration und der zulässigen Gesamtmenge an THC pro Verpackungseinheit. Die Hersteller müssen beide Grenzwerte einhalten.

Die Änderungen werden weitreichende Auswirkungen auf die Lebensmittel- und Getränkebranche haben, da seit 2018 neue Produktkategorien mit Hanfanteilen entstanden sind. Dazu gehören Delta-8-Gummibärchen und andere Produkte, die an Beliebtheit gewonnen haben, da immer mehr Amerikaner von alkoholischen Getränken auf THC-Produkte umsteigen. 

Ein Blick in die Zukunft

Die neue Definition soll am 12. November 2026 in Kraft treten. Die Hanfindustrieversucht,das bundesweite Verbotzu verhindern, und setzt sich stattdessen für eine Regulierung und Aufsicht der Branche ein. Dazu gehören bundesweite Vorschriften für Prüfungen, Kennzeichnung und Altersbeschränkungen. Es bestehenBefürchtungen, dass viele Hanfanbauer und -hersteller im Falle einer Aufrechterhaltung des Verbots dazu übergehen könnten, Hanfprodukte illegal herzustellen, was zusätzliche Sicherheitsbedenken mit sich bringen würde.

Eine parteiübergreifende Gruppe von Kongressabgeordneten aus South Carolina, Kentucky, Kalifornien und Indiana hat einen Gesetzentwurfeingebracht, der das Bundesverbot gemäß Abschnitt 781 des „Continuing Appropriations Act“ aufheben würde. Auch die einzelnen Bundesstaaten verfolgen unterschiedliche Ansätze. Texastreibtanstelle eines Verbots Vorschriften für die Hanfindustrievoran, während Ohio einen Gesetzentwurfvorgelegthat, der berauschende Hanfprodukte im Einklang mit den neuen Bundesbeschränkungen verbieten soll.

Lebensmittel- und Getränkeunternehmen, die Hanfprodukte oder synthetische Cannabinoide anbauen, herstellen oder vertreiben, sollten neue Entwicklungen auf Landes- und Bundesebene genau im Auge behalten. Im Laufe des nächsten Jahres könnten sich zahlreiche Szenarien ergeben, darunter ein Flickenteppich aus Landesgesetzen zur Regulierung oder zum Verbot von Hanfprodukten, eine Aufhebung des Bundesverbots oder neue Bundesvorschriften für die Branche. 

Unternehmen sollten ihre Geschäftsabläufe überprüfen und damit beginnen, sich darauf vorzubereiten, wie sie sich an die im „Continuing Appropriations Act“ enthaltenen Begriffsänderungen anpassen müssen.

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