Sedgwick veröffentlicht den aktuellen Bericht zum „European Product Safety and Recall Index“

Lautdem aktuellen Bericht „European Product Safety and Recall Index“ von Sedgwick blieb die Zahl der Produktrückrufe in der EU und im Vereinigten Königreich im zweiten Quartal 2025 auf hohem Niveau, wobei in fünf Schlüsselbranchen insgesamt 3.804 Vorfälle gemeldet wurden. Zwar entspricht dies einem Rückgang um 3,1 % gegenüber dem ersten Quartal, doch liegen die Rückrufzahlen weiterhin über historischen Vergleichswerten – es ist das dritte Quartal in Folge mit mehr als 3.800 Vorfällen und die dritthöchste Quartalszahl seit mehr als einem Jahrzehnt.

Zur Jahresmitte ist dieser Trend noch deutlicher zu erkennen. Angetrieben von den Rekordzahlen des ersten Quartals hat die Gesamtzahl der Rückrufaktionen im ersten Halbjahr 2025 7.729 erreicht – ein Anstieg um 10,2 % gegenüber den 7.011 Aktionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies ist ein 11-Jahres-Hoch und bringt das Jahr 2025 auf den besten Weg, das bisher aktivste Jahr in Bezug auf Produktrückrufe zu werden. 

Der Recall-Index von Sedgwick zeigt zudem, wie sich die Rückrufaktivitäten branchenübergreifend entwickeln. Im zweiten Quartal verzeichnete der Medizinproduktesektor mit einem Anstieg von 12,1 % den stärksten Zuwachs, gefolgt von der Pharmabranche mit 11,8 % und dem Lebensmittel- und Getränkesektor mit 2,7 %. Im Gegensatz dazu gingen die Rückrufe im Automobilsektor stark um 41,5 % zurück und sanken im Konsumgütersektor um 10,6 %. Vor diesem Hintergrund müssen Unternehmen in Fragen der Produktsicherheit weiterhin wachsam bleiben, da die behördliche Kontrolle und das operative Risiko keine Anzeichen einer Entspannung zeigen.

Neben den Rückrufdaten liefert der „Recall Index“-Bericht von Sedgwick auch wichtige Einblicke in die sich wandelnde regulatorische Landschaft und darüber, womit Akteure im Bereich der Produktsicherheit im weiteren Verlauf des Jahres 2025 rechnen sollten. Im zweiten Quartal 2025 wirkten sich die Diskussionen um US-Zölle weiterhin auf zahlreiche Branchen aus, und es wurden neue Beschränkungen für den Einkauf von in China hergestellten Medizinprodukten durch die EU eingeführt. Der Wettbewerb war ein weiterer Schwerpunkt der Regulierungsbehörden. Mehrere Automobilhersteller erhielten Geldstrafen wegen Absprachen, und das Vereinigte Königreich und die EU schlossen ein neues Wettbewerbsabkommen. Angesichts all dieser Entwicklungen überprüften viele Unternehmen ihre Handelspartner und Lieferketten.

Darüber hinaus betrachten die Regulierungsbehörden weiterhin den gesamten Produktlebenszyklus. Das Vereinigte Königreich hat neue Vorschriften zur Überwachung nach dem Inverkehrbringen für den Medizinproduktesektor eingeführt, und die EU hat die Verantwortlichkeiten der Hersteller im Rahmen ihrer Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte sowie der EU-Verordnung zur Bekämpfung der Entwaldung präzisiert. Dies bedeutet mehr Anforderungen für Hersteller, Einzelhändler, Vertreiber und Lieferanten.

Mit Blick auf die Zukunft passen die Regulierungsbehörden der EU und des Vereinigten Königreichs bestehende Rahmenbedingungen an oder führen neue Anforderungen ein, um modernen Bedenken hinsichtlich der Produktsicherheit Rechnung zu tragen. Die EU treibt ihr neues Reformpaket für den Arzneimittelsektor voran, das die erste umfassende Überarbeitung seit mehr als 20 Jahren darstellt. Darüber hinaus zielt die neue EU-Verordnung zur Spielzeugsicherheit auf den E-Commerce ab und sieht mehr Schutzmaßnahmen für Verbraucher vor, die Spielzeug über Online-Plattformen kaufen. Im Vereinigten Königreich geht die Arzneimittel- und Gesundheitsproduktbehörde (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) rigoros gegen den illegalen Online-Verkauf von Arzneimitteln vor. 

„Die Zahl der Produktrückrufe in Europa zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung. Angesichts neuer Verpflichtungen und zusätzlicher Produktsicherheitsanforderungen wird es noch mehr Potenzial für Vorfälle auf dem Markt geben“, warnte Chris Occleshaw, Berater für internationale Produktrückrufe bei Sedgwick. „Angesichts von Herausforderungen in der Lieferkette, laufenden Handelsverhandlungen und zunehmenden Verantwortlichkeiten über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg müssen Unternehmen ein wachsendes Risikoportfolio bewältigen. Um dies erfolgreich zu meistern, bedarf es eines strategischen und gut eingespielten Plans für den Umgang mit Produktrückrufen und Herausforderungen auf dem Markt.“

Um den aktuellen Bericht zum „European Recall Index“ herunterzuladen,klicken Sie bitte hier.

Der „European Product Safety and Recall Index“ von Sedgwick erscheint vierteljährlich. Es handelt sich um den einzigen Bericht, der Rückrufdaten aus der gesamten EU und dem Vereinigten Königreich zusammenfasst und nachverfolgt, um Akteuren der Branche dabei zu helfen, auf regulatorische Rahmenbedingungen, Produktrückrufe und andere Herausforderungen auf dem Markt zu reagieren. Weitere Informationen finden Sie unterwww.sedgwick.com/product-recall.

Über Sedgwick

Sedgwick ist der weltweit führende Partner für Risiko- und Schadenabwicklung und unterstützt seine Kunden dabei, auch in unerwarteten Situationen erfolgreich zu sein. Das Fachwissen des Unternehmens, kombiniert mit modernster KI-gestützter Technologie, setzt Maßstäbe für Lösungen in den Bereichen Schadenabwicklung, Schadensregulierung, Verwaltung von „ benefits “ sowie Produktrückrufe. Mit über 33.000 Mitarbeitern und 10.000 Kunden in 80 Ländern bietet Sedgwick eine unvergleichliche Perspektive, ein Engagement, das zählt, und Lösungen für die sich rasch wandelnde und komplexe Risikolandschaft. Mehrheitsgesellschafter von Sedgwick ist The Carlyle Group; Stone Point Capital LLC, Altas Partners, CDPQ, Onex und weitere Management-Investoren sind Minderheitsgesellschafter. Weitere Informationen finden Sie untersedgwick.com.