Von Eur. Ing. Mark Hawksworth, Leiter der globalen Fachgruppe für Technologie

Nach einem Cyberangriff kann eine Organisation schnell den Zugriff auf wichtige Ressourcen und Daten verlieren.

Ähnlich wie bei einem Vorfall mit Ransomware sehen sich Unternehmen aus Sicht der Schadensregulierung mit unzähligen Herausforderungen konfrontiert, wenn sich Malware ausbreitet. Es gibt Anzeichen – die erstmals Ende Februar beobachtet wurden –, die darauf hindeuten, dass eine neue Welle zerstörerischer Malware im Umlauf ist, die Daten löscht. Wie können wir sicherstellen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt?

Aktuelle Bedenken

Diese neue Welle von Malware zum Löschen von Daten nutzt unter anderem kompromittierte Server, um legitime Festplattenverwaltungssoftware zu verbreiten. Diese wird wiederum dazu verwendet, Daten auf Speichermedien zu beschädigen, wodurch das System mit herkömmlichen Techniken zur Festplattenwiederherstellung nicht mehr repariert werden kann. Einmal eingesetzt, ermöglicht es diese zerstörerische Malware ihren Entwicklern, sich lateral durch das kompromittierte Netzwerk auszubreiten, bevor sie allen Zielsystemen innerhalb des Netzwerks irreparablen Schaden zufügt. Obwohl sie ursprünglich auf bestimmte Netzwerke abzielt, neigt diese Malware dazu, über die Grenzen des ursprünglich vorgesehenen Ziels hinauszuwachsen – was zu weitreichenden Kollateralschäden führt. Zerstörerische Malware dieser Art kann eine direkte Bedrohung für den Betrieb darstellen, indem sie den Zugriff auf kritische Ressourcen und Daten verhindert.

Die Herkunft dieser Malware ist nach wie vor unklar. Da im Vergleich zu anderer, in der Vergangenheit beobachteter Malware keine Ähnlichkeiten in der Codestruktur festzustellen sind, konnten Forscher sie bislang noch keiner bestimmten Gruppe oder einem bekannten Angreifer zuordnen.

Zukünftige bewährte Verfahren

Die Zunahme von Cybersicherheitsvorfällen in den letzten Jahren ist alarmierend und wird sich weiter fortsetzen. Für Unternehmen weltweit ist es unerlässlich, die Auswirkungen potenzieller Malware-Angriffe, bei denen Daten gelöscht werden, zu verstehen und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Durch Sensibilisierung und die Erstellung eines Plans können Unbeteiligte geschützt werden. Es wird empfohlen:

  • Führen Sie eine Multi-Faktor-Authentifizierung für alle externen Zugangspunkte ein.
  • Überprüfen Sie die Stärke der Spam-Filterung, um das Risiko zu verringern, dass Phishing-E-Mails die Nutzer erreichen.
  • Stellen Sie sicher, dass Antiviren- und Antimalware-Programme auf dem neuesten Stand sind und regelmäßig automatische Scans des Geräts durchführen.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Sicherheitsupdates und Patches für Anwendungen und das Betriebssystem installiert wurden.
  • Ermitteln Sie Sicherungsstrategien und stellen Sie sicher, dass die Sicherungskopien vor Beschädigungen und böswilligen Handlungen geschützt sind. Implementieren Sie eine physische Isolierung oder andere strategische Maßnahmen zum Schutz der Sicherungskopien.
  • Sichern Sie Testdaten, um dem Unternehmen die Gewissheit zu geben, dass die Backups im Falle eines gezielten Angriffs zur Wiederherstellung der betroffenen Daten und der Systemarchitektur verwendet werden können.
  • Treten Sie dem Informationsaustausch- und Analysezentrum (ISAC) Ihrer Branche bei – für die meisten Organisationen gibt es ein solches Zentrum: So betreut beispielsweise das FS-ISAC die Versicherungs- und Finanzbranche.
  • Beobachten Sie Quellen für Bedrohungsinformationen und stellen Sie sicher, dass alle Indikatoren für eine Kompromittierung (IOCs) proaktiv blockiert werden.

Angesichts sich weiterentwickelnder Bedrohungen, eines sich rasch wandelnden Marktes und einer stetig wachsenden Wissensbasis wird das Thema Cybersicherheit garantiert weiterhin im Fokus stehen. Neben neu auftretenden Risiken hören wir immer wieder Bedenken hinsichtlich des Versicherungsschutzes und der Kapazitäten im Cyberbereich. Die Experten von Sedgwick bleiben stets auf dem Laufenden und stehen den Kunden beratend zur Seite, wenn diese Präventionsstrategien entwickeln, Versicherungsbedingungen und Deckungsgrenzen prüfen sowie sich auf bekannte und unbekannte Risiken vorbereiten.