7. Juni 2023
Lautdem aktuellenBericht zum europäischen Rückrufindex von Sedgwick Brand Protection stiegen die Produktrückrufe in Europa im ersten Quartal 2023 um 6,1 %. Insgesamt meldeten die europäischen Branchen Automobil, Konsumgüter, Lebensmittel und Getränke, Pharmazeutika sowie Medizinprodukte im ersten Quartal 2.914 Rückrufe.
Der Bericht zum Rückrufindex geht über die reinen Rückrufdaten hinaus und bietet einen detaillierten Einblick in regulatorische Entwicklungen sowie neue Risiken, denen diese Branchen in der gesamten EU und im Vereinigten Königreich ausgesetzt sind. Darüber hinaus enthalten wir Erkenntnisse und Analysen unserer strategischen Partner aus führenden Anwaltskanzleien, um den Akteuren der Branche dabei zu helfen, sich im regulatorischen Umfeld, bei Produktrückrufen und anderen Herausforderungen auf dem Markt zurechtzufinden.
Rückblick auf die Trends bei Produktrückrufen im 1. Quartal
Der Anstieg bei den Produktrückrufen wurde von den Bereichen Konsumgüter, Medizinprodukte sowie Lebensmittel und Getränke getragen, die Zuwächse von 18,4 %, 6,8 % bzw. 2,9 % verzeichneten. Demgegenüber gingen die Rückrufe im Automobilbereich im ersten Quartal 2023 um 2,6 % und im Pharmabereich um 17,3 % zurück.
Ein Schwerpunkt der Regulierungsbehörden lag im ersten Quartal auf Umweltbelangen, die von Umweltversprechen in verschiedenen Produktkategorien über die Reduzierung von Emissionen bis hin zur Durchsetzung erweiterter Herstellerverantwortung für die Abfallentsorgung und Verpackungsmaterialien reichten. Der Schutz der Verbraucher im Internet war ein weiterer Schwerpunkt der Regulierungsbehörden, die daran arbeiten, Schutzmaßnahmen zur Verhinderung des Verkaufs gefälschter Produkte auf E-Commerce-Marktplätzen zu etablieren sowie Vorschriften zu entwickeln, um Online-Glücksspiele sicherer zu machen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Vorschriften mit der technologischen Entwicklung Schritt halten können.
Wie sich die Rückrufe im ersten Quartal 2023 im Vergleich zum Vorquartal darstellten
- Die Zahl der Rückrufe in der Automobilbrancheging um 2,6 % zurück, von 195 im vierten Quartal 2022 auf 190 im ersten Quartal 2023. Während „Verletzungen“ weiterhin die häufigste Ursache darstellten, verzeichneten „umweltbezogene“ Bedenken den stärksten Anstieg und stiegen gegenüber dem Vorquartal um 80 %. Mit 83 Rückrufmeldungen hatte Großbritannien den größten Anteil, gefolgt von Deutschland mit 63.
- Die Zahl der Rückrufe im europäischenLebensmittel- und Getränkesektorstieg leicht an, von 1.121 im vierten Quartal 2022 auf 1.154 im ersten Quartal 2023. Die Fälle, die durch „Verunreinigungen – Sonstiges“ (d. h. nicht bakterieller Art) verursacht wurden, nahmen gegenüber dem Vorquartal um 25,6 % zu und waren mit 486 Fällen die häufigste Ursache für Rückrufe im ersten Quartal.
- Im ersten Quartal 2023 gab es 86 Rückrufevon Arzneimitteln, was einem Rückgang von 17,3 % gegenüber den 104 Rückrufen im vierten Quartal 2022 entspricht. Bedenken hinsichtlich der „Sicherheit“ waren mit 31 Vorfällen der häufigste Grund für Rückrufe, gefolgt von „Fremdkörpern/Verunreinigungen“ mit 12 und „falscher Kennzeichnung“ mit 11.
- Die Zahl der Rückrufe von Medizinproduktenstieg im ersten Quartal 2023 um 6,8 % – von 740 im vierten Quartal 2022 auf 790 Fälle. Wie bereits in den vergangenen sechs Quartalen war „Software“ mit 115 Fällen der häufigste Grund für Rückrufe. Es folgten „Sicherheitsbedenken“ mit 97 Fällen und „Geräteausfälle“ mit 89 Fällen.
- Die Zahl der Rückrufe beiUnterhaltungselektronikstieg im ersten Quartal 2023 um 11,5 % auf 87 Fälle. Am häufigsten wurden Beleuchtungsketten zurückgerufen, die in 17 Fällen genannt wurden – ein dramatischer Anstieg gegenüber den fünf Rückrufen im vierten Quartal 2022. Mit einem Anteil von fast der Hälfte (47,1 %) aller Fälle war „Stromschlag“ der häufigste Grund für Rückrufe.
- Die Zahl der Rückrufevon Spielzeugin Europa ging im ersten Quartal 2023 um fast ein Drittel (31,3 %) zurück, von 217 Fällen im vierten Quartal 2022 auf 149. Als häufigster Grund für Rückrufe wurden „chemische Substanzen“ genannt (mit 60 Fällen), gefolgt von Erstickungsgefahr (mit 49 Fällen), die in der zweiten Jahreshälfte 2022 noch der häufigste Grund gewesen war.
- Im ersten Quartal 2023 gab es 77Rückrufaktionen für Bekleidung, was einem Anstieg von lediglich 2,7 % gegenüber den 75 Fällen im vierten Quartal 2022 entspricht. „Verletzungen“ dominierten mit allein 25 Vorfällen; zusammen mit anderen Ursachen wie „Erstickungsgefahr“ waren es 41. Kinder- und Säuglingsbekleidung hatte mit 55 Vorfällen (bzw. 71,4 % aller Vorfälle) den größten Anteil an den Rückrufaktionen.
Was uns 2023 erwartet
Sowohl für den Medizinprodukte- als auch für den Pharmasektor werden regulatorische Änderungen erwartet, die auf eine Modernisierung des bestehenden Rechtsrahmens abzielen. Unternehmen, die im Vereinigten Königreich und in der EU tätig sind, werden zudem mit Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem britischen „Retained EU Law (Revocation and Reform) Bill“ – auch bekannt als „Brexit Freedoms Bill“ – konfrontiert sein, selbst wenn die Auslaufklausel gestrichen wird. Darüber hinaus könnte die von der EU vorgeschlagene Beschränkung von Perfluoralkyl- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen in zahlreichen Branchen haben.
Trotz unterschiedlicher regulatorischer Rahmenbedingungen planen die Aufsichtsbehörden sowohl in der EU als auch im Vereinigten Königreich, im Jahr 2023 ähnliche Themen anzugehen. Unternehmen in ganz Europa sollten das regulatorische Umfeld genau im Auge behalten und ihre bestehenden Pläne für Produktrückrufe, Krisenmanagement und Kommunikation regelmäßig überarbeiten.
Der Europäische Rückrufindex wird vierteljährlich von den Markenschutz-Experten von Sedgwick veröffentlicht. Es handelt sich um den einzigen Bericht, der Rückrufdaten aus dem Vereinigten Königreich und der EU zusammenfasst und nachverfolgt, um Akteuren der Branche dabei zu helfen, sich im regulatorischen Umfeld, bei Produktrückrufen und anderen Herausforderungen auf dem Markt zurechtzufinden.
Weitere Informationen >Um den aktuellen Rückrufindex-Bericht herunterzuladen,klicken Sie hier.
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