In den letzten zwei Jahren hat sich die Bleibelastung in Lebensmittelzutaten zu einem immer größer werdenden Problem für die US-Lebensmittelbranche entwickelt. Ende 2023veröffentlichtedie Food and Drug Administration (FDA) eine Sicherheitswarnung, in der sie Verbraucher davor warnte, bestimmte Marken von Apfelmus-Beuteln zu kaufen, da diese mit „extrem hohen Bleikonzentrationen“ belastet seien. Die Produkte waren für Kinder bestimmt, und der anschließende freiwillige Rückruf durch den Hersteller rückte das Thema ins nationale Rampenlicht. 

Leider ist mit Blei belasteter Zimt nicht auf einen einzigen Hersteller beschränkt. Nach dem Rückruf von Apfelmus im Jahr 2023 empfahl die FDA im März 2024weitere Rückrufevon gemahlenem Zimt underweiterte die Listeim Juli 2024 erneut. Im Septemberveröffentlichte„Consumer Reports“eine Studie, in der bei 12 der 36 getesteten Marken von Zimtpulver und Gewürzmischungen hohe Bleikonzentrationen festgestellt wurden. Im Oktober 2025 standen 18 Unternehmen auf der Listedervon der FDA wegen erhöhter Bleikonzentrationenherausgegebenen Gesundheitswarnungen.

Nun scheint es, als sei Zimt nicht das einzige gängige Lebensmittel, dessen Bleigehalt über dem zulässigen Grenzwert liegt. Im Oktober 2025 veröffentlichte „Consumer Reports“ eine weitere Studie zur Bleibelastung, die sich diesmal auf Proteinpulver und Proteinshakes konzentrierte. Die Untersuchung von 23 Proteinpulvern und trinkfertigen Shakesergab, dass bei zwei Dritteln der Produkte „eine einzige Portion mehr Blei enthielt, als die Lebensmittelsicherheitsexperten von ‚Consumer Reports‘ als sicher für den täglichen Verzehr einstufen – bei einigen sogar mehr als das Zehnfache.“ 

EineweitereStudievon „Consumer Reports“ zu 27 Maniokprodukten kam zu ähnlichen Ergebnissen. Bei mehr als zwei Dritteln der getesteten Produkte lag der Bleigehalt in einer einzigen Portion über dem Wert, den die Lebensmittelsicherheitsexperten von „Consumer Reports“ als Schwellenwert für eine akzeptable tägliche Aufnahmemenge ansetzen. In einigen Fällen lagen die Werte um 2.000 Prozent über den als sicher geltenden Mengen.

Das Gesamtbild

Trotz wachsender Besorgnis über das Vorkommen von Schwermetallen in Lebensmittelzutaten verfügt die FDA derzeit nur über begrenzte Mittel, um die Belastung durch giftige Elemente in der Lebensmittelversorgung zu verringern. In den USA gibt es zudem keine bundesweite Vorschrift, im Inland hergestellte oder ins Land importierte Lebensmittel auf Blei zu prüfen. Dies stellt sowohl ein Problem für die Lebensmittelsicherheit der Verbraucher dar als auch ein Risiko für Unternehmen, die möglicherweise unwissentlich kontaminierte Produkte verkaufen.

Da die FDAnur begrenzteBefugnisse gegenüber ausländischen Lieferanten von Inhaltsstoffen hat, die ihre Produkte nicht direkt in die USA liefern, müssen Unternehmen auf ihre Partner in der Lieferkette vertrauen, wenn es um die Beschaffung und Lieferung sicherer Inhaltsstoffe geht. Zwar hat sich die Rückverfolgbarkeit verbessert, doch sind Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit neuen Lieferanten nach wie vor erheblichen Risiken ausgesetzt. Unternehmen sollten ihre eigenen Qualitätskontrollprozesse überprüfen und beurteilen, ob sie für Inhaltsstoffe mit erhöhter Wahrscheinlichkeit einer Schwermetallkontamination eigene interne Prüfverfahren einführen oder verbessern müssen.

Seit mehreren Jahren versucht die FDA, ihre Rolle bei der Regulierung von Lebensmittelverunreinigungen neu zu definieren. In ihren im März 2023 veröffentlichtenGesetzesvorschlägen für das Haushaltsjahr 24strebte die Behörde an, „das Bundesgesetz über Lebensmittel, Arzneimittel und Kosmetika (FD&C Act) so zu ändern, dass der FDA neue Befugnisse zur Festlegung verbindlicher Grenzwerte für Verunreinigungen in Lebensmitteln, einschließlich solcher, die von Säuglingen und Kleinkindern verzehrt werden, eingeräumt werden.“ Die FDA strebt zudem an, Unternehmen zu verpflichten, „Endprodukte, die für den Verzehr durch Säuglinge und Kleinkinder vermarktet werden, auf toxische Elemente zu prüfen“. In mehreren Bundesstaaten, darunter New York und Kalifornien, gelten bereits ähnliche Vorschriften.

Im Januar 2025 veröffentlichte die FDA einenendgültigen Leitfaden für die Industrie zu Grenzwerten für Blei in verarbeiteten Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder, in dem Grenzwerte festgelegt werden, ab denen die FDA ein Produkt als verunreinigt einstufen kann. Dies war Teil des Aktionsplans„Closer to Zero“der FDA, dessen Ziel es ist, Leitlinien für Grenzwerte von Schwermetallen wie Blei, Cadmium, Arsen und Quecksilber in Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder festzulegen.

Ein Blick in die Zukunft

Bei den umfassenderen Bemühungen, die Aufsicht der FDA über die Schwermetallbelastung zu verstärken, wurden bislang keine nennenswerten Fortschritte erzielt, doch die verstärkte Aufmerksamkeit seitens der Medien und der Verbraucher in den letzten zwei Jahren könnte eine Wende herbeiführen. In Verbindung mit den Bestrebungen der „Make America Healthy Again“ (MAHA)-Kommission zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit ist dies ein Schwerpunkt, der im Jahr 2026 vorangetrieben werden wird.

Alle Beteiligten, die in irgendeinem Abschnitt des Lebenszyklus eines Lebensmittels eine Rolle spielen, sollten die Mitteilungen der FDA zur Schwermetallbelastung – insbesondere durch Blei – aufmerksam verfolgen. Die Behörde hat deutlich gemacht, dass sie sich erweiterte Kontrollbefugnisse in Bezug auf Lebensmittelzutaten wünscht, und es ist wahrscheinlich, dass Unternehmen innerhalb der nächsten fünf Jahre mit neuen Anforderungen konfrontiert werden. Hersteller sollten bereits jetzt Maßnahmen ergreifen, um ihre Lieferkette gründlich zu überprüfen und die notwendigen Änderungen umzusetzen, damit die entsprechenden Qualitätsstandards eingehalten werden.

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