MEMPHIS, Tennessee, 25. Mai 2023 – Daten aus dem ersten Quartal 2023 zeigen, dass die Zahl der Produktrückrufe in den USA gegenüber dem Vorquartal um 14,2 % gestiegen ist. Laut dem jüngsten Bericht zum US-Produktrückrufindex von Sedgwick Brand Protection, in dem Rückrufdaten aus fünf Schlüsselbranchen analysiert werden, ist dies der höchste Wert in einem einzelnen Quartal seit vier Jahren.

Nachdem 2022 zum zweiten Mal in Folge ein Rekord bei der Anzahl der zurückgerufenen Einheiten verzeichnet wurde, haben die Beteiligten aufmerksam beobachtet, ob sich dieser Trend auch im Jahr 2023 fortsetzen würde. Die Daten für das erste Quartal 2023 zeigen jedoch, dass die Anzahl der zurückgerufenen Einheiten im Vergleich zum Vorquartal um 21,6 % gesunken ist und weit hinter der Zahl zurückbleibt, die zu diesem Zeitpunkt im Jahr 2022 zurückgerufen worden war. Da drei Quartale des Jahres noch nicht ausgewiesen sind und die Kontrolle durch Aufsichtsbehörden und Verbraucher weiter zunimmt, besteht weiterhin die Möglichkeit, dass zum dritten Mal in Folge mehr als 1 Milliarde Einheiten zurückgerufen werden.

Der vierteljährlich erscheinende, branchenführende Rückrufindex-Bericht von Sedgwick bietet eine eingehende Analyse der neuesten Daten zu Produktrückrufen, Sicherheitsvorschriften und zentralen Herausforderungen für die Automobil-, Konsumgüter-, Lebensmittel- und Getränke-, Medizinprodukte- sowie die Pharmaindustrie. Mit unvergleichlichen Analysen und Einblicken der Markenschutz-Experten von Sedgwick sowie des Netzwerks strategischer Partner ist der Index eine wichtige Hilfe bei der Minderung von Rückrufrisiken, Rechtsstreitigkeiten und Reputationsschäden, die durch Produktkrisen und Ereignisse auf dem Markt verursacht werden.

Highlights aus den Daten zu Produktrückrufen im ersten Quartal 2023

· Die Zahl der Rückrufaktionen im Automobilbereich stieg um 3,4 % auf 245 Fälle. Die häufigste Ursache waren elektrische Systeme mit 48 Fällen, gefolgt von Ausstattungskomponenten mit 46 Fällen und Airbags mit 17 Fällen.

· Die Konsumgüterindustrie verzeichnete mit 94 Vorfällen die meisten Rückrufe in einem einzigen Quartal seit dem dritten Quartal 2015. Auch die Zahl der zurückgerufenen Einheiten stieg gegenüber dem Vorquartal deutlich an, und zwar um 442,1 % auf 23,1 Millionen Einheiten. Nur in einem Quartal der letzten fünf Jahre wurden mehr Einheiten zurückgerufen.

· Während die Zahl der Rückrufe durch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) gegenüber dem Vorquartal um 23,2 % auf 117 Fälle stieg, sank die Anzahl der betroffenen Einheiten um 78,7 % auf 39,3 Millionen. Im Gegensatz dazu blieb die Zahl der Rückrufe durch das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) das zweite Quartal in Folge unverändert bei 11 Fällen, obwohl die Menge der zurückgerufenen Produkte in Pfund um 1.129 % auf 2,9 Millionen stieg.

· Die Zahl der Rückrufe von Medizinprodukten stieg um 4,6 % auf 252 Fälle. Während Herstellungsfehler den größten Anteil daran ausmachten (mit 59 Fällen), waren Qualitätsprobleme gemessen an der Anzahl der betroffenen Einheiten die häufigste Ursache: 68,5 Millionen bzw. 82,3 % aller zurückgerufenen Produkte.

· Im ersten Quartal 2023 kam es mit 144 Vorfällen zur höchsten Zahl an Arzneimittelrückrufen in einem einzelnen Quartal seit 18 Jahren. Die Anzahl der betroffenen Einheiten stieg um 1.071,8 % auf 49,5 Millionen, nachdem im vierten Quartal 2022 eine ungewöhnlich geringe Anzahl von Einheiten zurückgerufen worden war.

Prognosen für den Rest des Jahres 2023

· Im weiteren Verlauf des Jahres 2023 werden technologische Fortschritte und die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen (EVs) die Regulierungsbehörden dazu veranlassen, zügig zu handeln, um sicherzustellen, dass Fahrzeuge, die mit den neuesten Funktionen ausgestattet sind, für den Straßenverkehr sicher sind. Nach dem Vorbild der Europäischen Union ist auch weiterhin mit Druck seitens der Biden-Regierung, der Regulierungsbehörden und anderer Gesetzgeber zu rechnen, neue Standards für emissionsarme bis emissionsfreie Fahrzeuge einzuführen. Die Hersteller sollten sich auf eine Reihe neuer Vorschriften und Richtlinien einstellen, da die Regulierungsbehörden daran arbeiten, die Fahrzeugsicherheit zu gewährleisten.

· In der US-amerikanischen Konsumgüterindustrie wird es weiterhin zu einer strengen Durchsetzung der Vorschriften sowohl durch die Consumer Product Safety Commission (CPSC) als auch durch die Federal Trade Commission (FTC) kommen. Die CPSC wird voraussichtlich ihre öffentlichkeitswirksamen Bemühungen fortsetzen, Abhilfemaßnahmen von Herstellern einzufordern, und ihre Praxis der Verhängung von zivilrechtlichen Geldbußen beibehalten. Hersteller sollten ihre Rückruf- und Kommunikationspläne aktualisieren, um sie an die neue, aggressivere Durchsetzungsstrategie der CPSC anzupassen.

· Die FDA hat eine ehrgeizige Liste von Themen vorgelegt, die sie im Jahr 2023 mit Entwürfen oder endgültigen Leitlinien angehen wird, darunter Allergene, Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittelzusatzstoffe, Themen im Zusammenhang mit dem Food Safety Modernization Act (FSMA) sowie die Kennzeichnung. Auch die Säuglingsnahrungsindustrie wurde von der FDA in Kenntnis gesetzt: Die Behörde veröffentlichte ein Update für die Branche und sandte einen Brief an die Interessengruppen, in dem sie diese dazu aufforderte, ihre Prozesse zügig zu verbessern und die von ihr dargelegten Programme umzusetzen.

· Im Bereich der Medizinproduktebranche konzentriert sich die FDA auf die Verbesserung der Lieferkette und die Vermeidung von Versorgungsengpässen, wofür sie in ihrem Haushaltsentwurf für das Geschäftsjahr 2024 höhere Mittel für entsprechende Programme vorsieht. Darüber hinaus testet die FDA derzeit zwei Pilotprogramme, die digitale Lösungen für die Einreichung neuer Produkte einführen und die Kommunikation mit den Interessengruppen verbessern sollen. Im weiteren Verlauf des Jahres werden Cybersicherheit und der Schutz der Patienten vor Cyberbedrohungen und deren Folgen für die FDA und die Medizinproduktehersteller oberste Priorität haben.

· Da der COVID-19-Gesundheitsnotstand nun offiziell beendet ist, müssen Pharmaunternehmen die während der Pandemie gewährten Ausnahmeregelungen in den Bereichen Arzneimittelvertrieb, klinische Studien und Aufsicht berücksichtigen. Cannabis- und Tabakprodukte werden ein weiterer Schwerpunkt der FDA sein, die bereits mit der Erforschung der medizinischen Anwendungsmöglichkeiten von Cannabidiol begonnen und strengere Vorschriften für die Herstellung von Tabakprodukten vorgeschlagen hat.

„Da die Zahl der Rückrufaktionen branchenübergreifend zunimmt, werden die Risiken für Hersteller immer gravierender – bei verschärfter behördlicher Durchsetzung und einem stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückten Rückrufprozess“, sagte Chris Harvey, Senior Vice President für Markenschutz bei Sedgwick. „Die Aufsichtsbehörden sind bestrebt, der Produktsicherheit Vorrang einzuräumen und dabei Innovation und Aufsicht in Einklang zu bringen – was bedeutet, dass Hersteller mit neuen Regeln und Vorschriften rechnen müssen. Unternehmen müssen agil bleiben, um mit diesen Veränderungen Schritt zu halten und sich auf künftige Entwicklungen vorzubereiten.“

Der Rückrufindex wird vierteljährlich von den Markenschutz-Experten von Sedgwick veröffentlicht. Es handelt sich um den einzigen Bericht, der Rückrufdaten aus verschiedenen Aufsichtsbehörden und Branchen zusammenfasst und nachverfolgt, um den Beteiligten dabei zu helfen, sich im regulatorischen Umfeld, bei Produktrückrufen und anderen Herausforderungen auf dem Markt zurechtzufinden. Weitere Informationen finden Sie untersedgwick.com/brandprotection.

Um den aktuellen Rückrufindex-Bericht herunterzuladen, besuchen Sie die Websitezum Rückrufindexvon Sedgwick,Ausgabe 1, 2023.

Über SedgwickSedgwick ist ein weltweit führender Anbieter von technologiegestützten Risiko-, benefits und integrierten Unternehmenslösungen. Das Unternehmen bietet eine breite Palette an Ressourcen, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Kunden in den Bereichen Unfallversicherung, Sachschaden, Seeversicherung, benefits, Markenschutz und anderen Sparten zugeschnitten sind. Bei Sedgwick ( caring counts) kümmert sich das Unternehmen dank des Engagements und der Fachkompetenz von 33.000 Mitarbeitern in 80 Ländern um Menschen und Organisationen, indem es Risiken und Verluste mindert und reduziert, Gesundheit und Produktivität fördert, den Ruf von Marken schützt und Kosten eindämmt, die sich auf die Leistung auswirken können. Mehrheitsaktionär von Sedgwick ist The Carlyle Group; Stone Point Capital LLC, Caisse de dépôt et placement du Québec (CDPQ), Onex und weitere Management-Investoren sind Minderheitsaktionäre. Weitere Informationen finden Sie untersedgwick.com.