Die Europäische Union wird offiziell ein Gesetzverabschieden, das den Verkauf neuer benzin- oder dieselbetriebener Fahrzeuge ab 2035 verbietet, nachdem die EU-Mitgliedstaaten dem Gesetz Ende März endgültig zugestimmt hatten. Die endgültige Abstimmung über das Gesetz war ursprünglich für Anfang März geplant, wurde jedoch verschoben, nachdem Deutschland Bedenken hinsichtlich der weitreichenden Einschränkungen geäußert hatte.

Das oberste Ziel dieser Gesetzgebung ist es, den Verkauf von Fahrzeugen mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren einzustellen und den Übergang zu Elektrofahrzeugen (EVs) zu erleichtern. Diese strenge Beschränkung stieß jedoch zunächst auf Widerstand seitens der Branchenvertreter und mehrerer Länder, die der Ansicht sind, dass Elektrofahrzeuge nicht die einzigen klimafreundlichen Lösungen der Zukunft sein werden.

Die Verzögerung in der Endphase der EU-Richtlinie, die als „äußerst ungewöhnlich“bezeichnetwurde, war auf Forderungen Deutschlands zurückzuführen, in der Gesetzgebung eine Ausnahmeregelung für Fahrzeuge vorzusehen, die mit klimaneutralen synthetischen Kraftstoffen, sogenannten E-Kraftstoffen, betrieben werden. E-Kraftstoffegelten alsklimaneutral, da sie durch die Synthese von abgeschiedenen CO₂-Emissionen und Wasserstoff hergestellt werden. Diese abgeschiedenen CO₂-Emissionen gleichen dann die CO₂-Emissionen aus, die bei der Verbrennung des Kraftstoffs in einem Motor in die Atmosphäre freigesetzt werden.

Nach mehrwöchigen Beratungen hat die Europäische Kommission zugestimmt, eine Ausnahmeregelung für den weiteren Verkauf von Fahrzeugen zu schaffen, die nach 2035 mit E-Kraftstoffen betrieben werden. Die Kommission hat zugesagt, bis Ende 2023 einen Vorschlag für diese Ausnahmeregelung vorzulegen. Eine Vorschrift im Rahmen dieser Ausnahmeregelung wurde bereits skizziert: Fahrzeuge, die nach 2035 mit E-Kraftstoffen betrieben werden, müssen mit einer Technologie ausgestattet sein, die verhindert, dass sie starten, wenn sie mit Benzin oder Diesel betankt werden.

Die neue Gesetzgebung wird zudem den Übergang zur CO₂-Neutralität durch Zwischenziele für die CO₂-Emissionen erleichtern. Bei Neuwagen, die ab 2030 verkauft werden, müssen die CO₂-Emissionen gegenüber dem Niveau von 2021 um 55 % gesenkt werden, während bei neuen Transportern, die ab 2030 verkauft werden, eine Senkung der CO₂-Emissionen um 50 % vorgeschrieben ist.

Trotz dieser in letzter Minute gewährten Ausnahmeregelung wird der Übergang zu einer klimaneutralen Automobilindustrie weiter voranschreiten. Der Branchenverband „European Automobile Manufacturers Association“ stellt fest, dass der Übergang zu Elektrofahrzeugen im Hinblick auf das für 2035 angestrebte Ziel eines emissionsfreien Absatzes bereits im Gange ist und dass die Fahrzeughersteller mit voller Kraft auf das Ziel der Klimaneutralität hinarbeiten.

Ein Blick in die Zukunft

Der Übergang zu Elektrofahrzeugen gewinnt zwar an Fahrt, ist jedoch nicht ohne Risiken. Die Lithium-Ionen-Batterien in vielen Elektrofahrzeugmodellen können unter Umständen eine Brandgefahr darstellen, wenn die Ladebedingungen nicht optimal sind. Zudem fehlt es in vielen Ländern an der für Ladestationen erforderlichen Infrastruktur, was in manchen Fällen das Zurücklegen langer Strecken erschwert.

Nachdem dieses wegweisende Gesetz nun endlich verabschiedet wurde, sollten die Automobilhersteller genau beobachten, wie die Behörden den Übergang erleichtern wollen und wie sie die Ausnahmeregelung für E-Kraftstoffe umsetzen wollen. Da Gesetzgeber und Verbraucher zunehmend Elektrofahrzeuge und andere klimafreundliche Fahrzeugoptionen fordern, sollten die Automobilhersteller zudem ihre Betriebsabläufe sorgfältig überwachen und darauf vorbereitet sein, über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg mehr Verantwortung für ihre Fahrzeuge zu übernehmen.

Sedgwick Brand Protection genießt das Vertrauen weltweit führender Marken und hat in den letzten 25 Jahren mehr als 5.000 der zeitkritischsten und sensibelsten Produktrückrufe in über 100 Ländern und in mehr als 50 Sprachen abgewickelt. Um mehr über unsere Erfahrung in der Automobilbranche zu erfahren, besuchen Sie unsere Websitehier.