Sedgwick Brand Protection veröffentlicht Daten und Analysen zu Produktrückrufen in Europa für das gesamte Jahr

LONDON, 7.März 2023 – Die Zahl der Produktrückrufe in fünf wichtigen europäischen Märkten stieg im Jahr 2022 weiter an, nachdem sie 2021 wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht hatte. Der jüngste Bericht von Sedgwick zum europäischen „State of the Nation“-Rückrufindex zeigt, dass es im Jahr 2022 insgesamt 10.545 Produktrückrufe gab, was einem Anstieg von 4,3 Prozent gegenüber den Zahlen von 2021 entspricht.

Der branchenführende, vierteljährlich erscheinende „European Recall Index Report“ von Sedgwick analysiert Daten zu Produktrückrufen im Vereinigten Königreich und in der EU für die Branchen Automobil, Lebensmittel und Getränke, Pharmazeutika, Medizinprodukte sowie Konsumgüter. Der jährliche „State of the Nation“-Bericht geht über die traditionelle vierteljährliche Analyse hinaus und liefert Einblicke und Prognosen zu den wichtigsten Trends im Bereich Produktsicherheit sowie zu den für das kommende Jahr erwarteten regulatorischen Entwicklungen. Die neueste Ausgabe des Berichts analysiert die Rückrufdaten für das Jahr 2022, einschließlich der aktuellen Zahlen aus dem vierten Quartal. Außerdem enthält er detaillierte Informationen darüber, warum Hersteller und Zulieferer ihre Produkte künftig genauer überwachen und Verantwortung für den gesamten Produktlebenszyklus übernehmen müssen.

Die wichtigsten Produktrückrufe des Jahres 2022

  • Die Zahl der Rückrufe in der europäischen Automobilbranche stieg im Jahresvergleich um fast ein Drittel (31,7 %) – von 571 Rückrufen im Jahr 2021 auf 752 im Jahr 2022. Im vierten Quartal 2022 gab es 195 Rückrufe in der Automobilbranche, gegenüber 167 im Vorquartal.
  • Obwohl die Zahl der Rückrufe von Lebensmitteln und Getränken in Europa im vierten Quartal um 7,8 % stieg, ging sie im Jahresvergleich um 3,3 % zurück (von 4.674 im Jahr 2021 auf 4.519). „Verunreinigung – Sonstiges“ war in jedem Quartal des Jahres 2022 der häufigste Grund für Rückrufe.
  • Auch in der europäischen Pharmabranche war im Jahr 2022 ein Rückgang der Gesamtzahl der Rückrufe zu verzeichnen, die gegenüber den Zahlen von 2021 um 16,4 % sank. Zum achten Mal in Folge war „Sicherheit“ der häufigste Grund für Rückrufe.
  • Im Jahr 2022 gab es 2.754 Rückrufe von Medizinprodukten, was einem Rückgang von 4,6 % gegenüber den 2.886 Rückrufen im Jahr 2021 entspricht. Im vierten Quartal 2022 wurden jedoch 740 Rückrufe verzeichnet, was einem Anstieg von 14,6 % gegenüber der Zahl der Rückrufe von Medizinprodukten im dritten Quartal entspricht.
  • Die Zahl der Spielzeugrückrufe in Europa stieg 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 43,4 %, wobei im vierten Quartal mit 217 Fällen die meisten Rückrufe des Jahres verzeichnet wurden.
  • Im Bekleidungssektor stieg die Zahl der Rückrufaktionen in Großbritannien und Europa um 58,3 % – von 151 im Jahr 2021 auf 239 im Jahr 2022. Auch im vierten Quartal stieg die Zahl der Rückrufaktionen im Bekleidungssektor gegenüber dem dritten Quartal an (239 bzw. 151).
  • Die Zahl der Rückrufaktionen in der europäischen Elektronikbranche stieg um 7,7 % – von 336 Fällen im Jahr 2021 auf 362 im Jahr 2022.
  • Automobilindustrie –Nachhaltigkeit und Sicherheit werden für die Automobilbranche oberste Priorität haben, da sowohl die EU als auch Großbritannien auf ihre bevorstehenden Fristen für emissionsfreie Fahrzeuge hinarbeiten. Die Hersteller werden sich bald mit der Verordnung der Europäischen Kommission über die allgemeine Fahrzeugsicherheit auseinandersetzen müssen, während die britische Regierung ihre Vorschriften für vernetzte und automatisierte Fahrzeuge an den technologischen Fortschritt anpasst.
  • Lebensmittel und Getränke –Kennzeichnung und Produktabfälle werden 2023 im Fokus der Regulierungsbehörden stehen. Unternehmen im Vereinigten Königreich werden bald den Anforderungen der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Lebensmittelverpackungsabfälle unterliegen, während Unternehmen in der EU möglicherweise mit neuen Vorschriften im Rahmen der vorgeschlagenen EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten konfrontiert werden.
  • Pharmabranche –Die für Arzneimittel zuständigen Behörden sowohl in der EU als auch im Vereinigten Königreich haben Ende 2022 Maßnahmen ergriffen, um den Zugang zu Biosimilars zu verbessern – ein Schritt, der im Jahr 2023 erhebliche Auswirkungen auf die Behandlung chronischer Erkrankungen haben wird. Unternehmen in der EU sollten zudem die von der Europäischen Kommission für Anfang 2023 geplante Überprüfung des allgemeinen EU-Arzneimittelrechts genau im Auge behalten.
  • Medizinprodukte –Da Medizinprodukte zunehmend vernetzt sind, wird Cybersicherheit für die Patientensicherheit von entscheidender Bedeutung sein, und Hersteller müssen damit rechnen, dass die Aufsichtsbehörden dieses Thema im Jahr 2023 in Angriff nehmen werden. Die britische Arzneimittel- und Gesundheitsproduktbehörde (MHRA) gab Ende 2022 mit der Veröffentlichung eines Fahrplans für die Regulierung einen Ausblick auf ihren Ansatz, und die kürzlich verabschiedete EU-NIS2-Richtlinie enthält Cybersicherheitsvorschriften für Hersteller von Medizinprodukten.
  • Spielzeug –Experten gehen davon aus, dass die EU-Verordnung über die allgemeine Produktsicherheit Anfang 2023 verabschiedet wird, wodurch eine 18-monatige Übergangsfrist für Spielzeughersteller in Kraft tritt, um ihre Betriebsabläufe anzupassen. Der anhaltende Fokus auf Nachhaltigkeit wird sich auch auf die Spielzeugbranche auswirken, da die Behörden bestrebt sind, Schadstoffe zu reduzieren und kleine Batterien nachhaltiger zu gestalten.
  • Bekleidung –Auch im Jahr 2023 wird der Schwerpunkt weiterhin auf Nachhaltigkeit liegen, da die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) ihre Untersuchung zu Greenwashing-Behauptungen in der Modebranche abschließt und die EU ihre Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien vorantreibt.
  • Elektronik –Die zuständigen Behörden handeln zügig, um mit dem ständigen technologischen Fortschritt Schritt zu halten, insbesondere im Bereich der Cybersicherheit und bei neuen Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Unternehmen in der EU müssen die kürzlich verabschiedete NIS2-Richtlinie sowie die vorgeschlagene überarbeitete Produkthaftungsrichtlinie einhalten.

„Unternehmen sahen sich im Jahr 2022 sowohl mit wirtschaftlichen als auch mit geopolitischen Herausforderungen konfrontiert, während die Behörden der EU-Mitgliedstaaten und des Vereinigten Königreichs umfassende Gesetze zu einer Reihe von Themen verabschiedeten und vorschlugen“, sagte Chris Occleshaw, Berater für internationale Produktrückrufe bei Sedgwick. „Im Jahr 2023 wird ein Großteil dieser Gesetze in Kraft treten und sich auf Produkte während ihres gesamten Lebenszyklus auswirken, was zu einer erhöhten Haftung und einer geteilten Verantwortung für die Produktsicherheit entlang der gesamten Lieferkette führen wird. Die Beziehungen zu Partnern in der Lieferkette werden zunehmend an Bedeutung gewinnen, und Unternehmen müssen ihre Rückruf- und Krisenpläne kontinuierlich aktualisieren, während sie ihre Betriebsabläufe anpassen.“

Was uns 2023 erwartet

Der Europäische Rückrufindex wird vierteljährlich von den Markenschutz-Experten von Sedgwick veröffentlicht. Es handelt sich um den einzigen Bericht, der Rückrufdaten aus dem Vereinigten Königreich und der EU zusammenfasst und nachverfolgt, um Akteuren der Branche dabei zu helfen, sich im regulatorischen Umfeld, bei Produktrückrufen und anderen Herausforderungen auf dem Markt zurechtzufinden. Weitere Informationen finden Sieunter sedgwickcomf.kinsta.cloud/brandprotection

Um den aktuellen Rückrufindex herunterzuladen, besuchen Sieden Bericht „State of the Nation – Europäischer Rückrufindex“.