Sedgwick Brand Protection veröffentlicht Daten und Analysen zu Produktrückrufen in den USA für das gesamte Jahr

Memphis, Tennessee,2. März2023– Zumzweiten Mal in Folge wurden in den USA mehr als 1 Milliarde Einheiten an Lebensmitteln, Arzneimitteln, Medizinprodukten, Kraftfahrzeugen und Konsumgütern zurückgerufen. Laut dem aktuellen „State of the Nation Recall Index“-Bericht von Sedgwick war 2022 ein Rekordjahr hinsichtlich der Anzahl der zurückgerufenen Einheiten, die fast 1,5 Milliarden erreichte. Angesichts der weiterhin zunehmenden behördlichen Kontrollen könnte sich 2023 zu einem weiteren Jahr mit 1 Milliarde zurückgerufenen Einheiten entwickeln, was Unternehmen aller Branchen dazu zwingt, in Fragen der Produktsicherheit und der Vorbereitung auf Rückrufe wachsam zu bleiben.

Diese Sonderausgabe des Rückrufindex-Berichts von Sedgwick geht über die üblichen vierteljährlichen Übersichten hinaus und bietet eine Jahresrückschau auf die Rückrufdaten und -trends des Jahres 2022. Der Bericht enthält zudem wichtige Erkenntnisse und Prognosen der Experten für Markenschutz bei Sedgwick sowie des Netzwerks strategischer Partner zu den rechtlichen, regulatorischen und wirtschaftlichen Risiken, denen die Automobil-, Konsumgüter-, Lebensmittel- und Getränkebranche, die Medizinprodukteindustrie sowie die Pharmaindustrie im Jahr 2023 ausgesetzt sein werden.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Rückrufdaten für 2022

  • Die Zahl der Rückrufe in der Automobilbranche ging 2022 im Vergleich zu 2021 um 12,6 % zurück. Auch die Zahl der zurückgerufenen Fahrzeuge sank um 10,3 % und erreichte damit den niedrigsten Stand seit neun Jahren.
  • Während die Zahl der Rückrufe von Konsumgütern im Jahr 2022 gegenüber 2021 um fast ein Drittel (31,2 %) stieg, halbierte sich die Zahl der zurückgerufenen Einheiten fast (45,4 %) – von 42,8 Millionen im Jahr 2021 auf 23,4 Millionen im Jahr 2022.
  • Bei den Lebensmittelrückrufen der FDA stieg die Anzahl der betroffenen Einheiten im Jahr 2022 um 700,6 %. Mit 416,9 Millionen zurückgerufenen Einheiten wurde damit ein 10-Jahres-Hoch erreicht. Während die Zahl der Rückrufaktionen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) stabil blieb, ging das Volumen der zurückgerufenen Einheiten deutlich zurück (87,0 %) – von 13,4 Millionen Pfund im Jahr 2021 auf 1,7 Millionen Pfund im Jahr 2022.
  • Während die Zahl der Rückrufaktionen im Pharmabereich im Jahr 2022 um ein Drittel (32,5 %) zunahm, hat sich die Anzahl der betroffenen Einheiten mehr als verdoppelt (114,4 %) und belief sich auf 567,3 Millionen. Dies ist ein 10-Jahres-Hoch für die Branche.
  • Die Zahl der Rückrufaktionen in der Medizinproduktebranche stieg im Jahr 2022 um 8,8 % – von 837 Fällen im Jahr 2021 auf 911. Die Anzahl der betroffenen Einheiten sank gegenüber 2021 um 27,2 % auf 438,7 Millionen Einheiten im Jahr 2022.
  • Elektrofahrzeuge (EVs) werden auch im Jahr 2023 ein zentrales Thema für die Automobilindustrie, Aufsichtsbehörden und den Gesetzgeber bleiben, da die USA ihren Weg in eine emissionsfreie Zukunft fortsetzen. Für die Hersteller könnten zudem die „intelligenten Funktionen“ ihrer Fahrzeuge ins Visier neuer Vorschriften geraten, da die Cybersicherheit in zunehmend vernetzten Fahrzeugen zu einer immer größeren Bedrohung wird. Da Experten die Entwicklung von Branchenstandards empfehlen, könnten die Aufsichtsbehörden im Jahr 2023 mit der Arbeit an dieser Aufgabe beginnen.
  • Die Konsumgüterbranche wird im Jahr 2023 voraussichtlich weiterhin mit einer strengen Durchsetzung der Vorschriften durch die Consumer Product Safety Commission (CPSC) rechnen müssen, nachdem es im vergangenen Jahr zu zahlreichen Bußgeldern und aufsehenerregenden Pressemitteilungen gekommen war. Auch andere Aufsichtsbehörden zeigen Interesse an Konsumgütern: So befasst sich die Environmental Protection Agency (EPA) mit PFAS, und die Federal Trade Commission (FTC) erwägt eine Verschärfung der Aufsicht im Bereich „Greenwashing“.
  • Das Jahr 2023 wird neue Unsicherheiten für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie mit sich bringen, da die Food and Drug Administration (FDA) Pläne angekündigt hat, den für Lebensmittel zuständigen Bereich der Behörde grundlegend zu reformieren und die Lebensmittelpolitik sowie die Regulierung unter die Zuständigkeit eines einzigen stellvertretenden Kommissars zu stellen. Hersteller und Lieferanten müssen diesen Prozess genau beobachten, um etwaige daraus resultierende regulatorische oder politische Änderungen zu bewerten.
  • Hersteller von Medizinprodukten werden künftig einer verstärkten Rechenschaftspflicht unterliegen, wenn es darum geht, darzulegen, wie sie Cybersicherheitslücken nach der Markteinführung überwachen, identifizieren und beheben werden. Die Anpassung der Vorschriften an den technologischen Fortschritt wird für die Hersteller ein weiterer wichtiger Bereich sein, den es zu beobachten gilt, da die FDA nun vorschreibt, dass alle 501(k)-Anträge im digitalen eSTAR-Format eingereicht werden müssen.
  • Zwei Gesetze, die Ende 2022 im Rahmen des „Consolidated Appropriations Act, 2023“ (H.R. 2617) verabschiedet wurden, werden zahlreiche neue Verpflichtungen für Arzneimittelhersteller in Bereichen wie Marketing, klinische Studien und die Befugnisse der FDA mit sich bringen. Die Branche wird sich zudem mit einer umfassenden „Unified Agenda“ der FDA auseinandersetzen müssen, die 87 kurz- und langfristige Maßnahmen wie Regelungsentwürfe und endgültige Rechtsvorschriften umfasst.

Was uns 2023 erwartet

„Das kommende Jahr wird wahrscheinlich von derselben strengen Durchsetzung der Vorschriften geprägt sein, die alle Branchen im Jahr 2022 erlebt haben“, erklärte Chris Harvey, Senior Vice President für Markenschutz bei Sedgwick. „Die Aufsichtsbehörden haben nun wieder das Aktivitätsniveau aus der Zeit vor der Pandemie erreicht und holen die verlorene Zeit mit einer stetigen Reihe lang erwarteter Richtlinien und Modernisierungen bestehender Vorschriften nach. Unternehmen stehen vor der großen Herausforderung, ihre Abläufe flexibel anzupassen, um neuen Vorschriften gerecht zu werden, und gleichzeitig potenzielle wirtschaftliche und geopolitische Probleme zu antizipieren und sich darauf vorzubereiten.“

Der Rückrufindex wird vierteljährlich von den Markenschutz-Experten von Sedgwick veröffentlicht. Es handelt sich um den einzigen Bericht, der Rückrufdaten aus verschiedenen Aufsichtsbehörden und Branchen zusammenfasst und nachverfolgt, um den Akteuren der Branche dabei zu helfen, sich im regulatorischen Umfeld, bei Produktrückrufen und anderen Herausforderungen auf dem Markt zurechtzufinden. Weitere Informationen finden Sie untersedgwickcomf.kinsta.cloud/brandprotection.

Um den aktuellen Rückrufindex herunterzuladen, besuchen Sie die Seite„U.S. State of the Nation Recall Index“.