21. August 2023
Da die Temperaturen weltweit weiter steigen, werden die Wetterverhältnisse immer ungewöhnlicher und unvorhersehbarer. Studien deuten darauf hin, dass der Klimawandel zu häufigeren und intensiveren Wetterereignissen führen wird, wie beispielsweise schweren Stürmen, die Überschwemmungen zur Folge haben. Allein der steigende Meeresspiegel führt bereits zu mehr Überschwemmungen und höheren Sturmfluten.
Australien wurde in den letzten Jahren von mehreren schweren Überschwemmungen heimgesucht, darunter Anfang 2022 in Lismore und im Südosten von Queensland sowie Ende 2022 in vielen Gebieten im Großraum Victoria und in den ländlichen Regionen des Bundesstaates. Die Zunahme dieser Katastrophen hat die Komplexität der Versicherungs- und Deckungsfragen im Zusammenhang mit Überschwemmungen und Stürmen deutlich gemacht.
Sturm versus Hochwasser
Um die Feinheiten des wetterbedingten Versicherungsschutzes besser zu verstehen, ist es wichtig, zwischen den meteorologischen Ereignissen „Sturm“ und „Hochwasser“ zu unterscheiden.
Ein„Sturm“ist eine heftige Störung der Atmosphäre, die starke Winde, Regen, Donner, Blitzschlag und in manchen Fällen Schnee oder Hagel mit sich bringt. Demgegenüber wirdeine „Überschwemmung“im Allgemeinen unmittelbar durch starke Regenfälle innerhalb kurzer Zeit verursacht, was„zur Überflutung von normalerweise trockenem Land durch Wasser führt,das aus den normalen Begrenzungen eines natürlichen Wasserlaufs oder Sees (unabhängig davon, ob dieser verändert oder umgestaltet wurde), eines Stausees, eines Kanals oder eines Damms austritt oder freigesetzt wird“ (Zurich Mark IV Industrial Special Risks Policy), insbesondere auf normalerweise trockenem Land.
Trotz des Zusammenhangs zwischen „Sturm“ und „Hochwasser“ werden diese als getrennte Ereignisse definiert, da Letzteres häufig ausdrücklich ausgeschlossen ist oder einer Untergrenze in der Police unterliegt.
Bei der Begutachtung eines Hochwasser- oder Sturmschadens beiziehen die meisten Versicherer in der Regel einen Hydrologen, der eine ortsspezifische Untersuchung der Ursache des Wassereinbruchs durchführt, um festzustellen, ob dieser durch einen Sturm oder eine Überschwemmung verursacht wurde. Hydrologen sind Experten dafür, festzustellen, wie ein Haus oder Grundstück überflutet wurde, und nutzen Wetterdaten sowie ortsspezifische Erkenntnisse, wie beispielsweise die Nähe zu Wasserquellen, um die Ursache zu ermitteln. Sie legen dem Versicherer einen hydrologischen Bericht vor, der die Hauptursache der Überflutung ermittelt, um eine Entscheidung über den Schadenersatzantrag zu treffen.
Umgang mit einem Großschaden
Als der Maribyrnong River im Jahr 2022 über die Ufer trat, wurden luxuriöse Villen und stilvolle Wohnungen am Flussufer überflutet. Als der Wasserstand auf dem gesamten Gelände zwischen 0,5 und 1,2 Meter anstieg, wurden die Bewohner aus ihren Wohnungen evakuiert und der Zugang zu ihrem Gemeindezentrum eingeschränkt.
Das Team von Schadensregulierern von Sedgwick – begleitet von Sanierungsfachleuten, einem Hygieneexperten und einem Bauberater – war umgehend vor Ort und ermittelte das Ausmaß des Schadens, den Sanierungsumfang sowie die vorläufige Rückstellung. Es stellte sich heraus, dass der Schadenfall wahrscheinlich die Haftungsgrenze überschreiten würde – eine Klausel in einer Versicherungspolice, die eine Gesamthaftungsgrenze für Verluste oder Schäden durch „Hochwasser“ vorsieht.
Gemeinsam mit allen Beteiligten wurde eine Strategie entwickelt, bei der der Wiederaufbau Vorrang hatte. Dadurch konnten Schimmelprobleme auf dem gesamten Gelände verhindert und eine erhebliche Erhöhung der Schadenssumme vermieden werden. Die Zusammenarbeit und die Anwesenheit unserer Schadensregulierer, Sanierer, Berater und Hygieniker führten zu einer schnellen Reaktion und Lösung des Schadensfalls. Entscheidend für unsere Vorgehensweise war auch, dass unser Team während der vierwöchigen Sanierungsphase mehrmals pro Woche vor Ort war, da dies dem Versicherten die Gewissheit gab, dass alles effizient abgewickelt wurde.
Die wichtigsten Erkenntnisse
Unabhängig von Größe, Ausmaß oder Ort – sei es ein Zyklon, der zu Sturmfluten und starken Winden führt, oder ein einmaliges Hochwasserereignis – die erfahrenen Katastrophenspezialisten von Sedgwick rücken schnell an, um katastrophenbedingte Schadensfälle zu begutachten und zu bearbeiten. Bei Sturm- und Hochwasserschäden ist es entscheidend, die Ursache der Überschwemmung zu ermitteln. Wir stellen sicher, dass gemeinsam mit dem Versicherten umgehend eine Begutachtung vor Ort erfolgt und dass bei Fragen zur Schadensursache ein Hydrologe hinzugezogen wird. Unsere Schadensregulierer beauftragen bei Bedarf auch Sanierer, Hygieniker, Ingenieure, Bauberater und forensische Wirtschaftsprüfer. Unser Katastrophen-Einsatzteam arbeitet mit den Beteiligten zusammen, um den Versicherungsschutz genau zu ermitteln, und liefert während des gesamten Schadenverlaufs angemessene, aufschlussreiche Berichte und Analysen. Bei einer Katastrophe können Kunden zudem auf unser On-Demand-Netzwerk von Fachleuten zurückgreifen, um ihre Maßnahmen zu skalieren und eine schnellere Schadenregulierung zu ermöglichen.
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Stichwörter: Australien Hochwasser Hochwasserrisiko Hochwasser Wetter Naturkatastrophen
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