1. Juni 2022
Sedgwick Brand Protection veröffentlicht den aktuellen Bericht zum europäischen Produktrückrufindex
LONDON, 1. Juni 2022 – Sedgwick Brand Protection hat den neuesten Bericht zur Produktsicherheit und zu Rückrufaktionen in Europa veröffentlicht, der anhaltende Bedenken hinsichtlich der Lieferketten und der behördlichen Aufsicht in den fünf untersuchten Schlüsselbranchen aufzeigt.
Den Ergebnissen des Rückrufindex-Berichts zufolge lockerten zwar viele Länder und Unternehmen die durch die Pandemie auferlegten Betriebsbeschränkungen, doch hielten in allen untersuchten Branchen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Lieferketten und der behördlichen Aufsicht an.
Der Rückrufindex-Bericht zeigt für das erste Quartal 2022 einen Rückgang der Rückrufaktivitäten in Europa um insgesamt 2,4 %, was auf einen Rückgang der Vorfälle in den Bereichen Pharmazeutika (28,0 %), Medizinprodukte (17,3 %) sowie Lebensmittel und Getränke (10,3 %) zurückzuführen ist. In bestimmten Branchen wie der Automobilindustrie war jedoch ein deutlicher Anstieg der Rückrufaktivitäten um 155,1 % zu verzeichnen, ebenso wie bei Konsumgütern, darunter Bekleidung (131,3 %), Spielzeug (9,0 %) und Elektronik (44,8 %).
Der Bericht zum Rückrufindex bietet einen detaillierten Überblick über Rückrufdaten und regulatorische Entwicklungen in der EU und im Vereinigten Königreich sowie über Trends, Erkenntnisse und Analysen zur Produktsicherheit. Er soll Führungskräften dabei helfen, Risiken für ihren Geschäftsbetrieb und ihren Ruf zu minimieren, während sie sich mit den neuen Handelsregeln im Zuge des Brexits und den durch die Pandemie bedingten Veränderungen auseinandersetzen.
Um den aktuellen Bericht herunterzuladen, besuchen Siedie Seite „Europäischer Produktrückrufindex“.
Highlights der Rückrufe im 1. Quartal 2022:
- Die 227 Rückrufaktionen im Automobilbereich im ersten Quartal 2022 stellten einen Anstieg von 155,1 % im Vergleich zum vierten Quartal 2021 dar. Dieser Anstieg könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich die Aufsichtspraktiken der Regulierungsbehörden wieder normalisieren oder dass die Hersteller Schwierigkeiten mit neuen Vorschriften haben. Wie bereits in den vorangegangenen Quartalen waren „Verletzungen“ das häufigste Risiko im Zusammenhang mit Rückrufaktionen im Automobilbereich; auf sie entfielen 175 Rückrufaktionen oder 77,1 % der Meldungen. Dies liegt jedoch leicht unter ihrem Gesamtanteil in den letzten fünf Jahren (82,3 %). „Umweltbezogene“ Vorfälle machten 4,8 % der Meldungen aus, was im Vergleich zu ihrem durchschnittlichen Anteil von 1,6 % in den letzten fünf Jahren ein deutlicher Anstieg ist.
- Im Bereich Lebensmittel und Getränke zeigten die erhobenen Daten im ersten Quartal 2022 einen Rückgang der Rückrufe um 10,3 % auf 1.202 im Vergleich zum vierten Quartal 2021. Auf „sonstige“ Verunreinigungen entfielen 630 Rückrufe, mehr als die Hälfte aller Vorfälle in diesem Quartal, wobei bakterielle Verunreinigungen, vor allem durch Salmonellen, die zweithäufigste Ursache für Rückrufe in diesem Sektor darstellten.
- Die Zahl der Arzneimittelrückrufe in der EU und im Vereinigten Königreich ging im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorquartal um 28,0 % zurück; insgesamt wurden 67 Rückrufe verzeichnet. Als häufigster Grund wurde „Sicherheit“ angegeben, was zu 24 Rückrufen führte, gefolgt von „falscher Kennzeichnung“ (15) und „Nichteinhaltung der Spezifikationen“ (13).
- Die 649 Rückrufe von Medizinprodukten im ersten Quartal 2022 bedeuteten einen Rückgang um insgesamt 17,3 % im Vergleich zum vierten Quartal 2021. Diese Zahl liegt zudem unter den 722 Rückrufen aus dem gleichen Quartal des Vorjahres. „Softwareprobleme“ waren die häufigste Ursache für Rückrufe von Medizinprodukten – ein Trend, der sich in den letzten drei Quartalen mit 82 Fällen (12,6 %) konstant fortgesetzt hat und „Qualitätsprobleme“ als Hauptursache abgelöst hat.
- Im Elektroniksektor stieg die Zahl der Rückrufe im ersten Quartal 2022 um 43,8 % auf 139 Fälle. Dies lässt sich auf einen starken Anstieg der Elektronikverkäufe während der Feiertage zurückführen. „Stromschläge“ waren der Grund für 68 Rückrufe und machten damit fast die Hälfte (48,9 %) aller Rückrufe in diesem Sektor aus. Auch bei diesem Rückrufgrund war im Vergleich zum Vorquartal ein beträchtlicher Anstieg um 83,8 % zu verzeichnen.
- Die Zahl der Spielzeugrückrufe stieg im ersten Quartal 2022 auf 181, gegenüber 166 im vierten Quartal 2021. Dies entsprach einem leichten Anstieg um 9,0 %. Im Vergleich zum ersten Quartal 2021 war jedoch ein Anstieg um 72,4 % zu verzeichnen. „Erstickungsgefahr“ war mit 47 Fällen der häufigste Grund für Rückrufe.
- Die Zahl der Rückrufe von Bekleidung hat sich von 32 Rückrufen im ersten Quartal 2021 auf 74 Rückrufe im ersten Quartal 2022 mehr als verdoppelt. Dies entspricht einem Anstieg von 131,3 % im Vergleich zum Vorquartal. Kinderbekleidung, einschließlich Kleidung für Säuglinge und Kleinkinder, machte 68,9 % der Rückrufe in diesem Quartal aus, wobei „Erstickungsgefahr“ mit 21 Vorfällen als Hauptgefahr genannt wurde.
„Während viele Länder und Unternehmen die durch die Pandemie auferlegten Betriebsbeschränkungen lockerte, gab es weiterhin Bedenken hinsichtlich der Lieferketten und der behördlichen Aufsicht sowie einen deutlichen Anstieg der Rückrufzahlen in mehreren der fünf untersuchten Branchen“, sagte Mark Buckingham, Berater für internationale Produktrückrufe bei Sedgwick.
Buckingham fügte hinzu: „Die Regulierungsbehörden im Vereinigten Königreich und in der EU wollen die Vorschriften für eine Reihe von Bereichen ändern – von der Fertigung über den Verbraucherschutz bis hin zum Transportwesen. Sie sind bestrebt, umfassendere Visionen im Zusammenhang mit dem Europäischen Grünen Deal, dem neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft, der Industriestrategie und anderen sektorübergreifenden Initiativen zu unterstützen. Außerdem arbeiten sie weiterhin daran, Wege zu finden, um die Vorschriften an den technologischen Wandel anzupassen, einschließlich des Schutzes vor Betrug und wettbewerbswidrigem Verhalten seitens Online-Marktplätzen.“
Ein weiterer Ausblick auf das Jahr 2022:
- Automobilbranche– Automatisierte Fahrzeuge (AVs) rücken zunehmend in den Fokus, insbesondere nachdem die Law Commission of England & Wales und die Scottish Law Commission den Bericht veröffentlicht haben, den sie in den letzten drei Jahren zu Empfehlungen für die Regulierung automatisierter Fahrzeuge erarbeitet haben.
- Lebensmittel –Die britische Regierung legt weiterhin den Schwerpunkt auf Lebensmittelsicherheit, die Zuverlässigkeit der Lieferketten und letztlich den Verbraucherschutz. Sie schreibt nun vor, dass bei den meisten Lebensmitteln, die bei den meisten Anbietern im Außer-Haus-Bereich verkauft werden – darunter Restaurants, Busse, Märkte und Essensliefer-Apps –, Angaben zu Kalorien und Portionsgrößen gemacht werden müssen.
- Pharmabranche– Die Aufsichtsbehörden im Vereinigten Königreich und in der EU verhängen zunehmend Geldbußen gegen Unternehmen, die ihrer Ansicht nach gegen Vorschriften verstoßen, insbesondere wenn deren Handlungen nachweislich zu höheren Arzneimittelpreisen für Verbraucher und den National Health Service (NHS) führen. Das Vereinigte Königreich entwickelt zudem eigene Verfahren zur Definition besonders besorgniserregender Stoffe (SVHC) für die Zeit nach dem Brexit.
- Medizinprodukte– Die Medizinproduktebranche in der EU und im Vereinigten Königreich sieht sich mit zahlreichen neuen Vorschriften konfrontiert, von denen einige auf den Brexit und die Notwendigkeit zurückzuführen sind, dass beide Rechtsordnungen ihre Vorschriften aktualisieren müssen. Andere hängen damit zusammen, dass die Aufsichtsbehörden sicherstellen wollen, dass die Richtlinien den realen Gegebenheiten entsprechen. Allerdings verursachen Verzögerungen bei der Weitergabe der Ergebnisse durch die Behörden Probleme für die Hersteller, die die überarbeiteten Vorschriften einhalten müssen.
- Konsumgüter – Elektronik, Spielzeug, Bekleidung– Diese Branchen sehen sich weiterhin mit Herausforderungen aufgrund von Veränderungen im regulatorischen Umfeld konfrontiert. Die Europäische Kommission hat im ersten Quartal 2022 mehrere Maßnahmen ergriffen, die sich auf die Sicherheit auswirken werden, und zwar nicht nur im Elektronikbereich, sondern auch in den Bereichen Spielzeug und Bekleidung. Im Elektronikbereich veröffentlichte die Kommission zudem einen Abschlussbericht, in dem sie unter anderem ihre Besorgnis über hohe Markteintrittsbarrieren, einen Mangel an vertikal integrierten Akteuren sowie Probleme im Zusammenhang mit dem Datenzugriff und der Interoperabilität auf dem Markt für das Internet der Dinge (IoT) für Verbraucher zum Ausdruck brachte. Im Bekleidungssektor bleibt Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema, da der regulatorische Druck auf Textilunternehmen zunimmt, ihren Wasser- und Rohstoffverbrauch drastisch zu senken, gleichzeitig die Wiederverwendungs- und Recyclingprozesse zu verbessern und schließlich für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen.
Julie Ross, Director of International Business Development bei Sedgwick, sagt: „Verzögerungen in der Lieferkette sind neben einer Reihe anderer externer Faktoren nach wie vor ein Problem, das die Geschäftstätigkeit von Unternehmen beeinflusst. Ein gut durchdachter Rückrufplan hilft dabei, die Auswirkungen abzumildern und Ihre Marke zu schützen, wenn das Schlimmste eintritt. Die Zusammenarbeit mit einem Partner, der über das entsprechende Fachwissen verfügt und die Verpflichtungen des Unternehmens gegenüber Kunden, Lieferkettenpartnern, Branchenverbänden und Aufsichtsbehörden einhalten kann, kann erhebliche Einsparungen bei den Kosten für behördliche Auflagen und Rechtsstreitigkeiten bewirken.“ Der „Recall Index“-Bericht ist die branchenweit führende Studie und Analyse, die vierteljährlich von den Experten von Sedgwick im Bereich bewährter Verfahren für Produktrückrufe und Abhilfemaßnahmen erstellt wird. Er ist eine unverzichtbare Referenz für Hersteller und Einzelhändler, die eine unvoreingenommene und zuverlässige Perspektive auf vergangene, aktuelle und zukünftige Rückrufdaten sowie Trends im Bereich der Produktsicherheit suchen.
Weitere Informationen zum Markenschutz von Sedgwick finden Sie unterhttps://www.sedgwick.com/brandprotection
Um den aktuellen Bericht herunterzuladen, besuchen Siedie Seite „Europäischer Produktrückrufindex“.
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