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Von Vince Vossel, Vizepräsident der Sonderermittlungseinheit (SIU)

Betrug ist nach wie vor eine der hartnäckigsten Herausforderungen für die Versicherungsbranche und kostet die US-Wirtschaft jährlich schätzungsweise 309 Milliarden US-Dollar. Von falschen Schadensmeldungen bis hin zu überhöhten Abrechnungen – Betrug entwickelt sich ständig weiter, ebenso wie die Art und Weise, wie verschiedene Generationen ihn wahrnehmen und darauf reagieren.

Die wahren Kosten von Betrug
Obwohl Betrug oft als „Opferloses Verbrechen“ angesehen wird, verursacht er für Unternehmen und Verbraucher häufig Kosten in Millionenhöhe. Betrug im Bereich der Lebensversicherung beläuft sich jährlich auf 74,7 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Betrug im Bereich Medicare mit 60 Milliarden US-Dollar und Betrug im Bereich der Sach- und Unfallversicherung (einschließlich Autodiebstahl) mit 45 Milliarden US-Dollar. Auch Arbeitsunfallversicherung und Betrug im Gesundheitswesen tragen mit 34 Milliarden US-Dollar bzw. 36,3 Milliarden US-Dollar erheblich dazu bei.

Definition der Warnsignale
Die Unterscheidung zwischen Betrug und Missbrauch ist von entscheidender Bedeutung. Betrug wird als vorsätzliche Täuschung definiert, die darauf abzielt, sich unberechtigte Vorteile zu verschaffen, und muss alle vier Tatbestandsmerkmale erfüllen. Missbrauch ist zwar oft weniger vorsätzlich, beinhaltet aber dennoch die unsachgemäße Nutzung von benefits, beispielsweise durch die Übertreibung von Verletzungen oder die Abrechnung nicht erbrachter Leistungen. Beides führt zu unnötigen Kosten.

Anhand des M.I.L.K.-Rahmenwerks lässt sich beurteilen, ob eine irreführende Handlung die Grenze zum Betrug überschreitet.

  • Wesentlichkeit
  • Absicht
  • Lüge
  • Wissen


Betrug aus generationsbezogener Perspektive
Betrug ist zwar ein universelles Problem, doch die Wahrnehmung variiert je nach Generation. Bei einer Umfrage gab jedoch die Mehrheit in jeder Gruppe an, dass sie negativ reagieren würde, wenn jemand aus ihrem Bekanntenkreis einen Betrug begangen hätte.

  • Babyboomer (1955–1964) legen Wert auf Teamarbeit und beruflichen Aufstieg, pflegen jedoch oft eine eher formelle, autoritätsbewusste Einstellung.
  • Die Generation X (1965–1980) legt Wert auf Eigenständigkeit und Flexibilität und verfolgt dabei einen karriereorientierten, aber zugleich skeptischen Ansatz.
  • Millennials (1981–1996) suchen nach sinnvoller Arbeit und Feedback und bringen dabei soziales Bewusstsein und Zielorientierung in Einklang.
  • Die Generation Z (1997–2012) ist digital versiert, stark vernetzt und erwartet Transparenz und Fairness.


Trotz ihrer Unterschiede haben diese Gruppen Gemeinsamkeiten in Bereichen wie Technikaffinität, dem Wunsch nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance und digitaler Kompetenz. Diese Eigenschaften lassen sich bei der Konzeption von Aufklärungskampagnen oder Schulungen zur Betrugsprävention nutzen.

Darüber hinaus wird der Einsatz von Analyse- und KI-Tools eine bessere Ermittlung umsetzbarer Maßnahmen bereits in einer frühen Phase des Schadenfallverfahrens ermöglichen und dem Sachbearbeiter auf der Grundlage früherer Erfolge Orientierungshilfen bieten. Schließlich wird dies tiefere Einblicke in die Optionen des Anspruchstellers ermöglichen und dazu beitragen, alle Beteiligten zu einer zeitnahen Lösung zu bewegen.

Nächste Schritte für Unternehmen
Da die Belegschaften zunehmend aus mehreren Generationen bestehen und sich das digitale Verhalten ständig weiterentwickelt, müssen Versicherer ihre Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung entsprechend anpassen. Arbeitgeber müssen sich bemühen, ihren Mitarbeitern entgegenzukommen, um die zukünftigen Generationen zu fördern und aufzuklären und gleichzeitig bewährte, aber ineffektive Methoden hinter sich zu lassen.

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