Sedgwick Brand Protection veröffentlicht den aktuellen Bericht zum europäischen Produktrückrufindex

LONDON,5. Dezember 2022Sedgwick Brand Protectionhat den neuesten Bericht zur Produktsicherheit und zu Rückrufaktionen in Europa veröffentlicht, der die zunehmenden Auswirkungen technologischer Entwicklungen und behördlicher Aufsicht in den fünf untersuchten Branchen aufzeigt.

Den Ergebnissen des „Recall Index“-Berichts zufolge haben die Branchen mit sich ändernden Vorschriften zu kämpfen, die neue Technologien, neue Vertriebskanäle und strengere Nachhaltigkeitskriterien widerspiegeln. Die rasante Entwicklung und Einführung künstlicher Intelligenz (KI) ist ein Beleg dafür: Sowohl das Vereinigte Königreich als auch die EU treiben die Regulierung im Zusammenhang mit dem Einsatz dieser Technologie voran, wobei jede Rechtsordnung einen leicht unterschiedlichen Ansatz verfolgt. Darüber hinaus wirken sich Probleme in der Lieferkette weiterhin auf die Unternehmen aus. Jüngste Änderungen der Produkthaftungsrichtlinie (PLD) der Europäischen Union bedeuten, dass nun mehr Akteure in der Lieferkette, darunter Einzelhändler und Distributoren, zur Verantwortung gezogen werden (und Verluste tragen müssen), anstatt dass der Hersteller die gesamte Verantwortung trägt.

Der Index zeigt, dass die Gesamtzahl der Rückrufaktionen im Vergleich zum Vorquartal um fast 9 % zurückgegangen ist; die Quartalsdurchschnitte für Konsumgüter und die Automobilbranche liegen jedoch weiterhin über denen von 2021. Im Gegensatz dazu sind die Quartalsdurchschnitte für Rückrufaktionen in der Lebensmittel-, Medizinprodukte- und Pharmaindustrie niedriger.

Der Bericht zum Rückrufindex bietet einen detaillierten Überblick über Rückrufdaten und regulatorische Entwicklungen in der EU und im Vereinigten Königreich sowie über Trends, Erkenntnisse und Analysen zur Produktsicherheit, um Führungskräften dabei zu helfen, Risiken für ihren Geschäftsbetrieb und ihren Ruf zu minimieren.

Um den aktuellen Bericht herunterzuladen, besuchen Siedie Seite „Europäischer Produktrückrufindex“.Die wichtigsten Rückrufe im 3. Quartal 2022:

  • Die Zahl der Rückrufe von Lebensmitteln und Getränken in Europa sank im Vergleich zum zweiten Quartal um 10,0 % auf 1.040. Der häufigste Grund war die Kontamination durch „Sonstiges“ mit 370 Fällen, gefolgt von bakterieller Kontamination und nicht zugelassenen Stoffen.
  • Im Pharmasektor ging die Zahl der Rückruffälle im Vergleich zum zweiten Quartal um 25,0 % auf 60 zurück. Wie bereits in den vorangegangenen sechs Quartalen war die Sicherheit mit 20 Rückrufen der häufigste Grund. An zweiter Stelle standen Spezifikationsabweichungen, die bei 12 Rückrufen als Grund angegeben wurden.
  • Im Medizinproduktesektor gab es 646 Rückrufe, was einem Rückgang von 10,2 % gegenüber dem zweiten Quartal entspricht. Zum fünften Mal in Folge waren Softwareprobleme mit 110 Fällen der häufigste Grund für Rückrufe, was einem Anstieg von 35,8 % gegenüber dem letzten Quartal entspricht. Geräteausfälle und fehlerhafte Messergebnisse waren die beiden nächsthäufigsten Ursachen.
  • Die Zahl der Rückrufaktionen in der Automobilbranche stieg europaweit leicht auf 167 Vorfälle an, verglichen mit 163 im zweiten Quartal. Wie bereits in den vergangenen fünf Jahren waren Verletzungen mit 135 Vorfällen, was 80,8 % der Meldungen entspricht, das häufigste Risiko im Zusammenhang mit Rückrufaktionen in der Automobilbranche. Brände waren das zweithäufigste Risiko und wurden in 23 Rückrufaktionen genannt.
  • Die Zahl der Rückrufe im Elektronikbereich ging um 23,5 % auf 62 Vorfälle zurück. Dies ist auch ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal, in dem es 71 Rückrufe gab. Die häufigste Ursache für Rückrufe waren Schnittverletzungen, die bei 20 Rückrufen eine Rolle spielten. An zweiter Stelle folgten mit 19 Vorfällen Stromschläge.
  • Die Zahl der Spielzeugrückrufe ging im dritten Quartal um 17,2 % auf 101 zurück. Dies ist zwar ein Rückgang gegenüber dem Vorquartal, liegt aber immer noch deutlich über den 81 Rückrufen im dritten Quartal 2021. Erstickungsgefahr war mit 33 Fällen der häufigste Grund für Rückrufe, und Kunststoffpuppen waren mit 15 Rückrufen die am häufigsten betroffene Kategorie.
  • Die Zahl der Rückrufe von Bekleidung ging in diesem Quartal weiter zurück und sank um 35,2 % auf 35. Auf Kinderbekleidung entfielen 80,0 % der Rückrufe von Bekleidung. Verletzungen waren mit neun Fällen der häufigste Grund für Rückrufe von Bekleidung.

„Die Rückrufe in den fünf untersuchten Branchen wiesen im letzten Quartal große Unterschiede auf. Unternehmen sehen sich derzeit mit einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert und müssen sich zudem an den technologischen Fortschritt anpassen und innovativ sein sowie ihren Ansatz in Sachen Nachhaltigkeit verbessern“, sagte Mark Buckingham, internationaler Berater für Produktrückrufe bei Sedgwick.

„Als Reaktion auf diese Entwicklungen werden die Vorschriften in einer Reihe von Branchen derzeit überarbeitet, und es besteht das Bewusstsein, dass die Gesetzgebung mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt halten muss, wobei sich in den Bereichen Produkthaftung, Cybersicherheit, künstliche Intelligenz und Regulierung von Online-Plattformen große Veränderungen abzeichnen. Gleichzeitig rückt insbesondere in der Bekleidungs- und Elektronikbranche der Fokus zunehmend auf Nachhaltigkeit und unternehmerische Sorgfaltspflicht, was durch die Verabschiedung der Initiative für nachhaltige Produkte durch die Europäische Kommission (EK) deutlich wird.“

Ein weiterer Ausblick auf das Jahr 2023:

  • Lebensmittel und Getränke– Regierungen in ganz Europa führen umfassende neue Vorschriften zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit ein. Es ist möglicherweise mit unterschiedlichen Vorgehensweisen und Zeitplänen zwischen den Aufsichtsbehörden im Vereinigten Königreich und in den EU-Mitgliedstaaten bei der Zulassung neuer Zusatzstoffe, neuartiger Lebensmittel oder gesundheitsbezogener Angaben für Lebensmittel zu rechnen. So hat beispielsweise die britische Food Standards Agency (FSA) im Juni eine Konsultation zu sechs neuartigen Lebensmitteln eingeleitet, die bereits von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertet worden waren.
  • Pharmabranche– Die allgemeinen Arzneimittelvorschriften der EU werden derzeit umfassend überarbeitet; ein neuer Gesetzesvorschlag wird für Ende des Jahres erwartet. Sowohl die Regulierungsbehörden als auch die Unternehmen sind sich einig, dass es wichtig ist, die Rechtsvorschriften zukunftssicher zu gestalten, um neuen technologischen Trends Rechnung zu tragen, damit die Sicherheit der Verbraucher gewährleistet bleibt, ohne dabei Wachstum und Innovation zu behindern.
  • Medizinprodukte– Das Vereinigte Königreich hinkt derzeit bei der Aktualisierung seiner Medizinproduktvorschriften hinter der EU hinterher. Im Juni veröffentlichte die Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) eine Stellungnahme, die Einblicke in voraussichtliche Änderungen der Vorschriften für Medizinprodukte gab. Darin erklärte sie, dass das Vereinigte Königreich beabsichtige, sich an internationalen Best Practices zu orientieren, was darauf hindeutet, dass die überarbeiteten britischen Vorschriften den EU-Vorschriften auffallend ähnlich sein werden. Dies dürfte die Belastung für Hersteller und andere Akteure in der Lieferkette verringern, die ihre Produkte sowohl in der EU als auch im Vereinigten Königreich verkaufen möchten.
  • Automobilbranche– Automobilhersteller, Zulieferer und Verbraucher in ganz Großbritannien und der EU müssen sich auf bedeutende neue Vorschläge für Fahrzeugsicherheitsvorschriften einstellen, wobei das Fernsteuern von Fahrzeugen, der Einsatz intelligenter Geschwindigkeitsassistenzsysteme und die Verkehrstauglichkeit bestimmter Fahrzeugkomponenten zunehmend unter die Lupe genommen werden. Für die Regulierungsbehörden wird es eine echte Herausforderung sein, mit der sich rasch entwickelnden Technologie Schritt zu halten.
  • Elektronik– Unternehmen der Unterhaltungselektronikbranche sehen sich mit strengeren regulatorischen Auflagen konfrontiert als die meisten anderen Branchen. Es ist ein deutlicher Anstieg der Gesetzgebung im Bereich der allgemeinen unternehmerischen Sorgfaltspflicht und der Nachhaltigkeit zu verzeichnen. Die Verabschiedung der Initiative für nachhaltige Produkte (SPI) durch die Europäische Kommission (EK) im März 2022 schien den Weg für neue Rechtsvorschriften zu ebnen. Der neue Arbeitsplan für Ökodesign und Energieverbrauchskennzeichnung 2022–24 deutet darauf hin, dass die Überarbeitungen der Verordnung darauf abzielen werden, Energieeinsparungen zu steigern und die Mindestanforderungen an die Energieeffizienz zu verschärfen.
  • Spielzeug– Aufsichtsbehörden und Verbraucher drängen kontinuierlich darauf, die gesetzlichen Bestimmungen zur Spielzeugsicherheit zu verschärfen. Die EU hat im März 2022 eine Konsultation zur Aktualisierung der Spielzeugrichtlinie eingeleitet, die als Grundlage für künftige EU-Vorschläge dienen und Aufschluss darüber geben wird, welche neuen Verpflichtungen Spielzeughersteller, Lieferanten und Einzelhändler beim Verkauf in der EU möglicherweise zu beachten haben. Es wird erwartet, dass der Gesetzgeber im vierten Quartal 2022 einen neuen Gesetzesvorschlag vorlegt.
  • Bekleidung– Nachhaltigkeit wird angesichts neuer Vorschriften und der Bedenken der Verbraucher hinsichtlich der Umweltauswirkungen der Branche auch weiterhin ein zentraler Schwerpunkt für die Bekleidungsindustrie sein. Gleichzeitig müssen Unternehmen den neuesten technologischen Trends immer einen Schritt voraus sein und Technologien auf innovative Weise einsetzen, darunter auch „Wearables“. Unternehmen müssen sich mit den äußerst strengen Anforderungen der EU-Datenschutzgesetze, wie beispielsweise der Datenschutz-Grundverordnung, bestens auskennen.

Buckingham fügte hinzu: „Probleme in der Lieferkette infolge des Brexits, der Pandemie und des Krieges in der Ukraine sind nach wie vor allgegenwärtig. Zwar wird daran gearbeitet, den Druck auf die Hersteller zu verringern und die Verantwortung auf andere Teile der Lieferkette zu verlagern, doch ist es entscheidend, dass Unternehmen entsprechende Maßnahmen ergreifen und sicherstellen, dass sie über einen Rückrufplan verfügen. Die Zusammenarbeit mit einem Partner, der über das entsprechende Fachwissen verfügt und die Verpflichtungen des Unternehmens gegenüber Kunden, Lieferkettenpartnern, Branchenverbänden und Aufsichtsbehörden erfüllen kann, spart nicht nur erhebliche Kosten für behördliche Auflagen und Rechtsstreitigkeiten, sondern mindert auch die Auswirkungen eines Rückrufs auf die Marke und den allgemeinen Ruf eines Unternehmens.“

Weitere Informationen zum Markenschutz von Sedgwick finden Sie unterhttps://www.sedgwick.com/brandprotection.

Um den aktuellen Bericht herunterzuladen, besuchen Siedie Seite „Europäischer Produktrückrufindex“.