1. Dezember 2022
Sedgwick Brand Protection veröffentlicht den US-Produkt-Rückrufindex für das 3. Quartal 2022
MEMPHIS, Tennessee, 1. Dezember 2022– Die Daten zu Produktrückrufen in den USA im dritten Quartal zeigen, dass die Zahl der in diesem Jahr zurückgerufenen Produkte offiziell einen 20-Jahres-Höchststand erreicht hat. Laut dem von der Abteilung für Markenschutz von Sedgwick veröffentlichtenUS-Rückrufindexwaren in den fünf im Index erfassten Branchen 1,22 Milliarden Einheiten von Rückrufen betroffen, womit der bisherige Rekord von 1,20 Milliarden aus dem Jahr 2018 gebrochen wurde.
Seit Sedgwick vor mehr als zwei Jahrzehnten damit begonnen hat, Rückrufdaten zu erfassen, ist dies die höchste Anzahl an Produktrückrufen in einem einzelnen Jahr – und das, obwohl das Jahr 2022 noch ein ganzes Quartal vor sich hat. Der allgemeine Anstieg ist in erster Linie auf die Zunahme des durchschnittlichen Rückrufumfangs in der Pharma- und Medizinproduktebranche zurückzuführen. In beiden Branchen stieg der durchschnittliche Rückrufumfang um mehr als 500 %.
Da die Zahl der zurückgerufenen Produkte weiter steigt, sehen sich die Hersteller mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert, die mit regulatorischen Maßnahmen, anhaltenden geopolitischen Problemen, Störungen in der Lieferkette und einer ungewissen wirtschaftlichen Zukunft zusammenhängen.
Der vierteljährlich erscheinende, branchenführende Markenschutzbericht von Sedgwick bietet eine eingehende Analyse der wichtigsten Herausforderungen, denen sich die Automobil-, Konsumgüter-, Lebensmittel- und Getränke-, Medizinprodukte- sowie die Pharmaindustrie in Zukunft stellen müssen, und liefert Erkenntnisse zur Bewältigung produktbezogener Krisen. Der Bericht schlüsselt die neuesten Daten und Trends zu Produktrückrufen aus dem dritten Quartal 2022 auf und enthält zudem Erkenntnisse, Analysen und Prognosen der Markenschutzexperten von Sedgwick sowie unseres Netzwerks strategischer Partner.
Highlights aus den Rückrufdaten des dritten Quartals
- Während die Zahl der Rückrufaktionen im Automobilbereich um 2,9 % (auf 252 Fälle) stieg, ging die Zahl der betroffenen Fahrzeuge deutlich zurück (von 9,21 Millionen im 2. Quartal auf 5,23 Millionen im 3. Quartal). Nur in zwei Quartalen der letzten zehn Jahre war der durchschnittliche Umfang der Rückrufaktionen geringer.
- Die Zahl der Rückrufe von Konsumgütern stieg im dritten Quartal sehr leicht auf 66 Fälle an, gegenüber 65 im zweiten Quartal 2022. Die Anzahl der zurückgerufenen Einheiten sank im dritten Quartal 2022 um 19,2 % auf 5,43 Millionen.
- Während die Zahl der Rückrufe von Lebensmitteln und Getränken durch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) im dritten Quartal um 18,3 % (auf 98 Fälle) zurückging, stieg ihr durchschnittlicher Umfang um 158,3 % auf 592.121 Einheiten. Im Gegensatz dazu stieg die Zahl der Rückrufe von Lebensmitteln durch das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) im dritten Quartal 2022 um einen auf 14 Fälle, wobei ihr durchschnittlicher Umfang um 56,4 % auf 32.631 Pfund sank.
- Die Zahl der Rückrufe von Medizinprodukten ging im dritten Quartal 2022 um 16,8 % auf 223 Fälle zurück. Die Anzahl der betroffenen Einheiten stieg jedoch deutlich um 411,0 % auf 51,48 Millionen.
- Zwar sank die Zahl der Arzneimittelrückrufe im dritten Quartal um 13,8 % auf 81 Vorfälle, doch seit Jahresbeginn verzeichnete die Branche mit 107,19 Millionen betroffenen Einheiten die zweithöchste Zahl an zurückgerufenen Einheiten seit Beginn der Aufzeichnungen.
Ein Blick auf das Jahr 2023
- Da die Automobilindustrie weiterhin den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit legt, hat die US-Regierung den „Inflation Reduction Act“ verabschiedet, der eine Reihe von „ benefits “ vorsieht, die die Verbreitung von Elektrofahrzeugen fördern sollen. Allerdings werden die Hersteller bei der Deckung der Nachfrage mit ähnlichen Herausforderungen in der Lieferkette konfrontiert sein. Over-the-Air-Updates (OTA) haben an Verbreitung gewonnen, was es den Herstellern erleichtert, Rückrufanforderungen zu erfüllen. Es ist mit neuen Vorschriften zu rechnen, da Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden der einzelnen Bundesstaaten bestrebt sind, den Bereitstellungsprozess für OTA-Updates zu klären.
- In der Konsumgüterbranche hat die Federal Trade Commission (FTC) eine Vorreiterrolle beim Schutz des „Rechts auf Reparatur“ der Verbraucher übernommen und geht gegen Unternehmen vor, denen sie vorwirft, die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher einzuschränken. Die Regierungen der Bundesstaaten folgen diesem Beispiel, wobei die Gesetzgeber in New York daran arbeiten, umfassende Gesetze zum „Recht auf Reparatur“ zu verabschieden. Es ist wahrscheinlich, dass sich andere Bundesstaaten und sogar Bundesaufsichtsbehörden diesen Bemühungen mit neuen Gesetzen anschließen werden.
- In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie könnten sich Veränderungen abzeichnen, da einige Kongressabgeordnete den Wunsch geäußert haben, die Lebensmittelvorschriften in den USA durch die Einrichtung einer einzigen Behörde für Lebensmittelsicherheit grundlegend zu reformieren. Die Food and Drug Administration (FDA) spürt weiterhin die Auswirkungen der Knappheit an Säuglingsnahrung zu Beginn dieses Jahres und hat einen internen Bericht über ihre Maßnahmen veröffentlicht, der Empfehlungen für Verbesserungsmöglichkeiten enthält.
- In der Medizinproduktebranche hat die Food and Drug Administration (FDA) einen endgültigen Leitfaden veröffentlicht, der Klarheit darüber schaffen soll, welche Arten von Funktionen von Software zur Unterstützung klinischer Entscheidungen (Clinical Decision Support, CDS) unter die Definition des Begriffs „Medizinprodukt“ fallen. Aus Teilen des Leitfadens lässt sich möglicherweise ableiten, dass die FDA CDS-Funktionen künftig stärker als „Software als Medizinprodukt“ (Software as a Medical Device, SaMD) regulieren wird, was die Hersteller vor neue Herausforderungen stellt.
- Im dritten Quartal schien die Food and Drug Administration (FDA) die Einhaltung der Good Manufacturing Practice (GMP)-Verfahren genauer zu überwachen und versandte innerhalb von weniger als zwei Monaten vier Mahnschreiben an Unternehmen. Im vierten Quartal ist mit einer verstärkten behördlichen Kontrolle zu rechnen, da die FDA ihre behördlichen Fernprüfungen fortsetzt und voraussichtlich weiterhin Mahnschreiben im Zusammenhang mit rezeptfreien Arzneimitteln und potenziellen GMP-Verstößen versenden wird.
„Die Regulierungsaktivitäten haben im dritten Quartal nicht nachgelassen, und wir müssen davon ausgehen, dass Aufsichtsbehörden und Gesetzgeber die Einhaltung von Vorschriften und die Abläufe in allen Branchen weiterhin genau unter die Lupe nehmen werden“, warnte Chris Harvey, Senior Vice President für Markenschutz bei Sedgwick. „Wirtschaftliche Unsicherheit und anhaltende geopolitische Probleme sowie fortdauernde Störungen in den Lieferketten werden größere Risiken für Unternehmen mit sich bringen. Diese müssen die regulatorischen Aktivitäten auf Landes- und Bundesebene genau im Auge behalten und ihre Pläne für Produktrückrufe, Krisenmanagement und Kommunikation regelmäßig überprüfen und aktualisieren, um neuen Risiken Rechnung zu tragen.“
Der Rückrufindex wird vierteljährlich von den Markenschutz-Experten von Sedgwick veröffentlicht. Es handelt sich um den einzigen Bericht, der Rückrufdaten aus verschiedenen Aufsichtsbehörden und Branchen zusammenfasst und nachverfolgt, um Akteuren der Branche dabei zu helfen, sich im regulatorischen Umfeld, bei Produktrückrufen und anderen Herausforderungen auf dem Markt zurechtzufinden. Bitte besuchen Sie sedgwickcomf.kinsta.cloud/brandprotection
Um den aktuellen Bericht herunterzuladen, rufen Sie denBericht zum US-Produktrückrufindex auf.
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