17. Dezember 2020
Die schönste Zeit des Jahres steht vor der Tür, und viele Menschen werden sich darauf freuen, das Jahr 2020 hinter sich zu lassen und das mit Spannung erwartete neue Jahr einzuläuten.
Für den Rückrufmarkt gibt es jedoch keine Feiertage. In der vergangenen Woche gab einer der weltweit größten Automobilhersteller bekannt, dass er aus Sicherheitsgründen über 2.500 Fahrzeuge zurückrufen wird.
Unter schneller Anwendung der Rückruf-Richtlinien wurde ein dringender Rückruf für eines seiner beliebtesten Modelle veranlasst, wobei Befürchtungen hinsichtlich eines Problems mit dem Bremspedal zu raschem Handeln führten, um die Sicherheit der Kunden zu gewährleisten.
Der Hersteller reiht sich damit in eine Liste von bisher 11 weiteren führenden Herstellern ein, die im Dezember 2020 Rückrufe für 17 Fahrzeugmodelle angekündigt haben. Die Daten aus den vergangenen Monaten deuten darauf hin, dass diese Zahl wahrscheinlich noch steigen wird, da der Durchschnitt in Europa auf 30 Rückrufe pro Monat im Automobilbereich ansteigt.
Zu den aufgeführten Rückrufgründen zählen defekte Batterien in Elektrofahrzeugen, die die Gefahr eines Kurzschlusses und damit eines Brandes bergen, sowie Fehler an Lenkung und Fahrwerk und Sicherheitsgurtschnallen, die nicht mehr zweckmäßig sind. Ein kurzer Blick auf die Rückruftabellen offenbart eine Vielzahl von Gründen, warum ein Fahrzeug zurückgerufen werden kann, was zu Unfällen, Verletzungen oder Schlimmerem führen kann.
Sicherheit hat in der Automobilindustrie oberste Priorität, da selbst der einfachste Defekt potenziell katastrophale Folgen haben kann. Die Hersteller müssen äußerst wachsam sein.
Der Lockdown hat erhebliche Auswirkungen auf die Automobilindustrie gehabt. In vielen Ländern gilt weiterhin ein strenger Lockdown – und die Vorschriften werden im neuen Jahr wahrscheinlich noch weiter verschärft. Die Kunden zögern, betroffene Fahrzeuge in die Werkstatt zu bringen, und es ist mit einem Reparaturstau zu rechnen, sobald es die Lage wieder zulässt und die Besitzer beginnen, Maßnahmen zu ergreifen, sich an die Händler zu wenden und Reparaturtermine zu vereinbaren. Darauf muss bereits jetzt geachtet und vorbereitet werden.
Die Hersteller müssen in ständigem Kontakt mit den Händlern in den lokalen Märkten stehen, um eine zügige Wartung zu ermöglichen, schnell und verantwortungsbewusst Empfehlungen für Reparaturen auszusprechen und sicherzustellen, dass kein Fahrzeug, das aufgrund von Herstellungsfehlern nicht verkehrssicher ist, auf Europas Straßen unterwegs ist. Ein klarer Kommunikationsdialog ist der Schlüssel zum Erfolg eines Rückrufs, und die Erstausrüster müssen bereits über eine Rückrufstrategie verfügen, die den gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen entspricht.
Ein solider operativer Plan ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass Informationen schnell und klar an die Kunden weitergegeben werden können. Wenn keine klaren Maßnahmen kommuniziert werden, besteht die Gefahr, dass Kunden verwirrt oder verärgert reagieren – was tiefgreifende Auswirkungen auf den Ruf haben könnte. Die Erstellung eines soliden Pakets an Empfehlungen sollte nicht erst im Nachhinein erfolgen.
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