Verfasst von Michael Boyes, Leiter der Abteilung Bau und Ingenieurwesen

In ganz Neuseeland drohen die winterlichen Wetterbedingungen, den Boden zu durchnässen – was möglicherweise zu Erdrutschen und Bodeneinstürzen führen und häufig Bauarbeiten beeinträchtigen kann.

Für die Wintermonate werden zwar vermehrte Niederschläge erwartet, doch die jüngsten „Jahrhundertregenfälle“ in der Region Canterbury waren extrem. Starker Regen kann dazu führen, dass frisch freigelegter Boden verrutscht oder einstürzt – was Aushubarbeiten destabilisiert und den Fortschritt der Bauarbeiten erschwert. Was bedeutet das für Versicherer? Und wie unterscheiden wir zwischen den Folgen mangelhafter Ausführung, Planung oder Konstruktion einerseits und zufälligen Verlusten oder Schäden andererseits?

Unter Druck

Nach starken Regenfällen reagieren verschiedene Bodenarten unterschiedlich auf den gestiegenen Grundwasserspiegel. Faktoren wie der Feuchtigkeitsgehalt, der Anteil verschiedener Korngrößen und der Innendruck beeinflussen das Verhalten des Bodens. Im Idealfall werden vor Beginn der Bauaushubarbeiten Bodenproben in unterschiedlichen Tiefen entnommen, um die Bodenverhältnisse genau zu beurteilen. Selbst bei den kleinsten Bauvorhaben können Untersuchungen bis zu einer Tiefe von 5 Metern unter der Erdoberfläche erforderlich sein.

Allerdings könnten sich einige Bauunternehmer und Vermessungsingenieure, die ohnehin bereits unter dem Druck stehen, enge Budgets einzuhalten, in der Planungsphase durchaus berechtigt auf lokale geologische Gutachten statt auf individuelle Baustellenuntersuchungen stützen. Und wenn bei Aushubarbeiten unerwartete Bodenverhältnisse wie Sandadern oder Lehmschichten zutage treten, wurden die entsprechenden Anpassungen möglicherweise nicht berücksichtigt.

Technische Untersuchungen

Es ist wichtig, die Situation aus jedem Blickwinkel zu betrachten, um festzustellen, ob sie als unglücklicher Zufall oder als vorhersehbar einzustufen ist. Extreme Wetterereignisse können jede Baustelle ernsthaft gefährden, selbst wenn die Bodenverhältnisse geprüft wurden und als stabil gelten. Und es gibt viele weitere Faktoren, die eine Rolle spielen können. Auch wenn möglicherweise Versicherungsschutz für Verluste oder Schäden besteht, die durch Naturgefahren oder Aktivitäten auf der Baustelle verursacht wurden, muss dennoch eine gründliche technische Untersuchung der Ursache sowie der Angemessenheit der eingestürzten provisorischen Bauwerke erfolgen, um eine wirksame Lösung zu finden und das Problem zu beheben.

Wissen und Erfahrung

Die Feststellung der Haftung unter diesen Umständen erfordert ingenieurtechnisches Fachwissen sowie Kenntnisse und Erfahrungen mit dieser Art von Risiko, um zu einer fairen und angemessenen Schlussfolgerung zu gelangen. Eine klare Kommunikation mit allen beteiligten Parteien stellt sicher, dass die richtigen Entscheidungen hinsichtlich der versicherungstechnischen Maßnahmen und der anschließenden Sanierungsarbeiten getroffen werden können. Zwar werden extreme Wetterereignisse zweifellos zu Schadensfällen führen, doch besteht immer die Möglichkeit, dass einige unverschuldete, aber unüberlegte Entscheidungen zum Schaden beigetragen haben könnten.

Jedes Jahr werden wir mit zahlreichen Schadensfällen konfrontiert, bei denen starke Regenfälle erhebliche Auswirkungen auf Aushub- und Bauarbeiten hatten. Unser Team aus erfahrenen Bau- und Statikingenieuren sowie professionellen Schadensregulierern verfügt über das nötige Fachwissen, um ein breites Spektrum komplexer und oft erheblicher Bauschäden zu bearbeiten. Wir beobachten die Wetterlage aufmerksam und stehen Ihnen gerne zur Seite, sollte in den kommenden Monaten Hilfe benötigt werden. Für weitere Informationen zu unserer Baukompetenz kontaktieren Sie mich bitte unter[email protected].