Von Chris Bakes, Geschäftsführer, Auto Solutions; Jason Kurutz, Leiter Produktmanagement und Geschäftsstrategie; und James Paprocki, Geschäftsführer

Seit mehr als zwei Jahren dominieren Meldungen über weltweite Konjunkturschwankungen – bedingt durch die Folgen von COVID-19 sowie eine Vielzahl klimatischer, geopolitischer und anderer Faktoren – die Finanzschlagzeilen.

DieAutomobilindustriebleibt von dieser Volatilität natürlich nicht verschont, und dies hat sich auch auf den Bereich der Kfz-Schadensfälle ausgewirkt.Versicherungsgesellschaften, Fuhrparkmanager und Unternehmen verzeichnen seit einigen Jahren einen stetigen Anstieg der Schadenkosten. Schauen wir uns einmal an, wie sich die Konjunktur aufKfz-Schadensfälle auswirkt, was hinter diesen Trends steckt und was getan werden kann, um die Kosten unter Kontrolle zu halten.

Wirtschaftsplan

Leider herrscht weltweit nach wie vor ein Mangel an Kfz-Ersatzteilen. Die unzureichende Versorgung mit Ersatzteilen lässt sich auf mehrere miteinander verknüpfte wirtschaftliche Faktoren zurückführen.

Seit Jahrzehnten setzt die Automobilindustrie auf die „Just-in-Time“-Fertigung. Das bedeutet, dassFahrzeugeund ihre Teile entsprechend der aktuellen Nachfrage und nicht im Voraus hergestellt werden. Bei sorgfältiger Koordination trägt ein Just-in-Time-Ansatz dazu bei, die Effizienz zu steigern und die Produktions- und Lagerkosten zu kontrollieren. Er berücksichtigt jedoch nicht die Art vonschwerwiegenden Störungen, die die Branche in den letzten zwei Jahren erlebt hat.

Die unzureichende Versorgung mit Bauteilen lässt sich auf mehrere miteinander verknüpfte wirtschaftliche Faktoren zurückführen.

DieCOVID-19-Pandemieführte zu weitreichenden Werksschließungen und Arbeitskräftemangel sowie zu Engpässen im Lkw- undSeefrachtverkehr. Zudem verfügen neuere Fahrzeuge über komplexe Sicherheits- und Infotainmentsysteme, fürdie Halbleiter benötigt werden. Diese Mikrochips sind aufgrund von Produktionsverzögerungen und einer gestiegenen Nachfrage nach Smart-Geräten und anderer Elektronik nach wie voräußerst knapp. Verschärft wird die Situation zusätzlich durch den Russland-Ukraine-Konflikt; die Region liefert normalerweise zahlreiche Rohstoffe an die globale Automobilindustrie und produziert Autoteile wie Kabelbäume, die für den Fertigungsprozess unverzichtbar sind.

Grafik für den Blog des Forums für Wohnungsbauunternehmen

Kollisionskurs bei Schadensfällen

Das Zusammentreffen dieser Komplikationenin der Lieferkettesowiedie Inflationin den meisten Wirtschaftsbereichen führt zu einer fast perfekten Sturmkonstellation für Unternehmen, die versuchen, die Kostenfür Kfz-Schadensfällezu bewältigen. Die üblicherweise bei der Regulierung von Kfz-Schadensfällen verwendeten Standardprozentsätze lassen sich in diesem Umfeld schlichtweg nicht anwenden.

Im Allgemeinen ist es günstiger, einbeschädigtesFahrzeug zu reparieren, als es zu ersetzen. Dieser Ansatz setzt jedoch die Verfügbarkeit von Ersatzteilen voraus. Viele wichtige Autoteile sind nach wie vor nicht lieferbar, was die Dauer der Schadensabwicklung erheblich verlängert. In Fällen, in denen Fahrzeuge bis zum Eintreffen der erforderlichen Teile und der Durchführung der Reparaturen nicht fahrtauglich sind, müssen die haftenden Parteien für länger als üblich anfallende Kosten für Ersatzfahrzeuge und die Einlagerung des beschädigten Fahrzeugs aufkommen. (Wenn die Fahrzeuge in der Zwischenzeit zwar sicher gefahren werden können, bleiben die Eigentümer – von denen viele keine Schuld trifft – möglicherweise über einen längeren Zeitraum auf ihren beschädigten Fahrzeugen sitzen, was nicht gerade zu positiven Erfahrungen im Schadenfall beiträgt.) Selbst die Teile, die schließlich verfügbar werden, kosten deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren.

Zudem werden immer mehr Fahrzeuge als Totalschaden deklariert. Beschädigte Autos, die unter normalen Umständen repariert würden, werden stattdessen ersetzt, da die Verfügbarkeit von Ersatzteilen unvorhersehbar ist oder – in seltenen Fällen – die für die Reparatur erforderlichen Fachkräfte fehlen. Viele der gleichen Faktoren, die den Ersatzteilmarkt beeinflussen, führen jedoch auch zu Störungen auf dem Neu- und Gebrauchtwagenmarkt. Die Nachfrage nach Neuwagen übersteigt das Produktionsvolumen, was zu geringen Lagerbeständen bei den Händlern und Lieferrückständen bei beliebten Modellen führt – selbst zu überdurchschnittlichen Preisen. Der Mangel an verfügbaren Neuwagen bedeutet, dass auch Gebrauchtwagen knapp sind, was die Preise weiter in die Höhe treibt.

Kurswechsel zur Kosteneindämmung

Auch wenn sich einige Aspekte der Lieferkette allmählich normalisieren, dürfte die Automobilindustrie auf absehbare Zeit weiterhin unter Druck stehen. Ziehen Sie diese beiden Strategien in Betracht, um Ihre Schadenkosten in den Griff zu bekommen:

  • Nutzen Sie ein Direktreparaturnetzwerk (DRP): Ein bundesweites Netzwerk von Kfz-Werkstätten verfügt über eine größere Kaufkraft als eine einzelne lokale Werkstatt und kann Ersatzteile möglicherweise schneller beschaffen. Der Einsatz eines DRP kann die Bearbeitungsdauer von Schadensfällen bei Verzögerungen bei der Ersatzteilbeschaffung verkürzen. (Weitere Informationen zum Kfz-DRP von Sedgwick finden Siehier.)
  • Setzen Sie verstärkt auf Wartung und Sicherheit: Der beste Weg, die Schadenkosten zu senken, besteht darin, Schäden von vornherein zu verhindern. Stellen Sie sicher, dass Ihre Fahrzeuge ordnungsgemäß gewartet werden und in einwandfreiem Zustand sind – bevor etwas schiefgeht und größere Reparaturen erforderlich werden. Angesichts steigender Kosten und eines Verkehrsaufkommens, das wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht, ist jetzt zudem der ideale Zeitpunkt, den Schwerpunkt auf Schulungsprogrammezur Fahrersicherheitzu legen, damit Ihre Fahrzeuge und deren Fahrer vor Gefahren geschützt bleiben.

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