Am Dienstag, dem 14. Februar, hat die neuseeländische Regierung zum erst dritten Mal in der Geschichte den nationalen Notstand ausgerufen.

Die Überschwemmungen und Zerstörungen, die im Zuge des Zyklons Gabrielle folgten, hinterließen in Northland, Teilen von Auckland und an der Ostküste der Nordinsel ein Bild der Verwüstung. Premierminister Chris Hipkins sagte, der Sturm, bei dem 11 Menschen ums Leben kamen, habe Schäden „in einem Ausmaß verursacht, wie es in Neuseeland seit mindestens einer Generation nicht mehr gesehen wurde“.

In einigen Gebieten fielen innerhalb von nur 11 Stunden über einen halben Meter Regen, Tausende von Häusern wurden überflutet, und schätzungsweise 10.500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Straßen standen unter Wasser, und wichtige Autobahnen wurden durch Erdrutsche und Straßenbrüche gesperrt. Auch die Stromversorgung und der Mobilfunkverkehr waren beeinträchtigt – was es nahezu unmöglich machte, Menschen in Not zu erreichen.

Diese jüngste Katastrophe ereignete sich nur zwei Wochen, nachdem Auckland in den ersten 45 Tagen des Jahres 2023 bereits etwa die Hälfte seiner jährlichen Niederschlagsmenge verzeichnet hatte, was zu weitreichenden Überschwemmungen führte. Der Finanzminister bezeichnete dies als das „größte nicht durch Erdbeben verursachte Ereignis“ in Bezug auf Versicherungsschäden, das jemals im Land verzeichnet wurde.

Vorrang für schutzbedürftige Kunden

Bei dem ersten Wetterereignis gingen branchenweit schätzungsweise 30.000 Schadensmeldungen ein. Sie umfassen alle Schadensarten – von Wohn- und Gewerbeimmobilien bis hin zu Produktionsstätten, Supermärkten und Seniorenheimen. Das Hochwasser beschädigte zudem unzählige Fahrzeuge.

Während Such- und Rettungsteams heute an der Ostküste ihre Bergungsarbeiten fortsetzen, stehen unsere Schadensregulierer den gestrandeten und obdachlos gewordenen Versicherungsnehmern weiterhin zur Seite.

Unser lokalesCAT-Einsatzteamin Neuseeland wurde verstärkt, und unsere regionalen Zentren prüfen jeden eingehenden Schadenfall nach Priorität. Unser Schwerpunkt liegt auf dem Besuch von Kunden der „Prioritätsstufe 1“ – wir bieten gezielte Hilfe und besondere Fürsorge für die besonders schutzbedürftigen Menschen. Für diejenigen, die völlig obdachlos geworden sind, verschärft der lokale Mangel an Wohnraum den Druck auf die bereits steigende Nachfrage nach Notunterkünften.

Zusammenarbeit

Landesweit wurden unsere umfangreichen Teams für Groß- und Komplexschäden (MCL) sowie für die Schadensregulierung mobilisiert, um diesen enormen Anstieg an Schadensfällen zu bewältigen. Dabei erhalten wir zusätzliche fachliche Unterstützung von Sedgwick-Kollegen in Australien, Kanada und Südafrika. Digitale Tools ermöglichen zudem den Fernzugriff durch erfahrene Schadensmanagement-Teams aus unserem globalen Netzwerk. Wir alle konzentrieren uns darauf, sicherzustellen, dass die ersten Besichtigungen und Begutachtungen so schnell wie möglich durchgeführt werden.

Schadensfälle aufgrund von Erdrutschen sind etwas komplizierter, da hierfür ein separater Versicherungsschutz erforderlich ist, der ausschließlich von Toka Tū Ake EQC – auch bekannt als „Earthquake Commission“ – bereitgestellt wird, einer Einrichtung der neuseeländischen Krone. Unsere lokalen Schadensregulierer bearbeiten diese Fälle in enger Zusammenarbeit mit den Hausratversicherern der Kunden.

Umfassende Unterstützung

Diese jüngsten Wetterereignisse weisen viele verschiedene Facetten auf, die ein umfassendes Spektrum an Kompetenzen und Unterstützung aus verschiedenen Unternehmensbereichen erfordern.

  • Bauberatung– Unsere Bauberatungsteams sind vor Ort und unterstützen weiterhin Kunden in den am stärksten betroffenen Gebieten – sie koordinieren die ersten Aufräumarbeiten in den Gebäuden. Unmittelbar danach folgen die Bestandsaufnahme und die Kostenkalkulation der Schäden. Sie bewältigen die damit verbundenen Herausforderungen, die durch globale Probleme in der Lieferkette bei bestimmten Baumaterialien entstehen, insbesondere bei Gipskarton-Wandverkleidungen und Küchenmöbeln.
  • EFI Global– Mehrere beschädigte Gebäude wurden von der Gemeindeverwaltung als baulich unsicher eingestuft und mit einem roten Schild gekennzeichnet – was die Notwendigkeit unterstreicht, dass Ingenieure von EFI Global vor Ort sind, um Inspektionen durchzuführen.
  • Forensische Buchprüfung– Es gibt zahlreiche Großschäden und gewerbliche Schadensfälle, von denen die meisten auch eine Betriebsunterbrechung (BI) beinhalten. Unser Team für forensische Buchprüfung reagiert umgehend auf alle BI-Schäden, um sicherzustellen, dass unsere Kunden die dringend benötigte vorläufige finanzielle Unterstützung unverzüglich erhalten.

Branchenkooperation

Branchenweit arbeiten Experten zusammen, um Ressourcen und Informationen auszutauschen und gemeinsam die grundlegende Hilfe zu leisten, die so viele obdachlose und in Not geratene Kunden benötigen. Wir alle versuchen, ein Gleichgewicht zu finden zwischen der Notwendigkeit einer schnellen Reaktion und der ordnungsgemäßen Erledigung der Arbeit, während wir gleichzeitig die Sicherheit unserer Teams gewährleisten.

Als Branche haben wir in den kommenden Monaten eine Menge Arbeit vor uns, doch unser Fokus liegt weiterhin ganz klar darauf, einen vorbildlichen Kundenservice zu bieten. Noch nie war der Slogan „caring counts“ treffender.