9. November 2021
Von Mark Buckingham, Berater für Rückrufe
Da Spielzeug, Kleidung, Medikamente, Autoteile und Lebensmittel gleichermaßen gefälscht werden, sieht sich die Öffentlichkeit im Zusammenhang mit gefälschten Produkten einem weltweit wachsenden Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Auch wenn gefälschte Waren oft wie ein attraktives Schnäppchen erscheinen, können sie gefährlich sein und Verbindungen zur organisierten Kriminalität aufweisen.
Schätzungen zufolge sind mittlerweile6,8 % der EU-Importe im Wert von 121 Milliarden Euro gefälscht. Angesichts des wachsenden Online-Handels – und immer raffinierterer Nachahmungs- und Fälschungsmethoden – fällt es den Verbrauchern zunehmend schwer, echte von gefälschten Produkten zu unterscheiden. Tatsächlich wurde laut dem Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentumjeder zehnte Europäerdazu verleitet, gefälschte Produkte zu kaufen, wobei der Großteil dieser Produkte aus Asien stammt.
Nachgeahmte Waren galten bisher stets als Markenrechtsverletzung oder als Problem im Zusammenhang mit Rechten des geistigen Eigentums, doch sie geben zunehmend Anlass zur Sorge hinsichtlich der Produktsicherheit. Im Oktober 2021 sprach sich die International Trademark Association im Rahmen der öffentlichen Konsultation der Europäischen Kommission zur Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit dafür aus, den Geltungsbereich der Verordnung auf gefälschte Waren auszuweiten. Diese Empfehlung basierte auf der Annahme, dass alle gefälschten Produkte von Natur aus unsicher sind, da sie nicht den bestehenden EU-Richtlinien für Gesundheit und Sicherheit entsprechen.
Die Auswirkungen von Produktfälschungen nach Branchen:
- Automobilbranche– Gefälschte Fahrzeugteile, darunter Airbags und Motorkomponenten, stellen eine erhebliche Gefahr für die Verkehrssicherheit dar.
- Konsumgüter– Vor allem gefälschte Kosmetikprodukte können giftige Inhaltsstoffe wie Quecksilber, Zyanid, Arsen und sogar Abbeizmittel enthalten.
- Spielzeug und Spiele– Gefälschtes Spielzeug birgt ein erhöhtes Erstickungsrisiko für Kinder oder enthält unzulässig hohe Mengen an krebserregenden Kunststoffen und Schwermetallen wie Blei.
- Lebensmittel und Getränke– Im Jahr 2020 wurden in Europa gefälschte Lebensmittel und Getränke im Wert von rund 53,8 Millionen Euro beschlagnahmt.
- Arzneimittel –Illegale Medikamente führen in Afrikajährlichzueiner Million Todesfällen, wasdas Anti-Counterfeit Networkdazu veranlasst hat, eine Petition an den Internationalen Strafgerichtshof zu richten, in der gefordert wird, Fälschungen als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ einzustufen.
Betrügerische Verkäufer nutzen zunehmend soziale Plattformen, um in Märkte einzudringen. Funktionen wie „Facebook Shops“ und die Schaltfläche „Jetzt kaufen“ auf TikTok werden immer häufiger zum Verkauf gefälschter Produkte genutzt. Die Funktion „Instagram Story“ gehört zu den am häufigsten missbrauchten; Schätzungen zufolge enthalten etwa1,6 Millionen Storiespro Monat gefälschte Artikel.
Wenn Verbraucher nicht wissen, dass es sich bei einem Produkt um eine Fälschung handelt, kann dies auch die Loyalität und das Vertrauen in den Online-Händler untergraben. Die Marke, deren Echtheit in Frage gestellt wird, kann zudem durch Kundenunzufriedenheit, Verletzungen und Rufschädigung in Mitleidenschaft gezogen werden. Da COVID-19 nach wie vor die Lieferketten beeinträchtigt und der wirtschaftliche Druck die Verbraucher dazu zwingt, für einen günstigeren Preis Risiken einzugehen, werden gefälschte Waren noch für einige Zeit ein Problem bleiben.
Es gibt zahlreiche Strategien, um dieser Art von Kriminalität entgegenzuwirken, je nach Branche, Lieferkette und Vertriebskanälen. Diese Strategien reichen von IP-Tools im Internet über Handels- und Zertifizierungszeichen bis hin zu Authentifizierungstechnologien und Kennzeichnungsprotokollen. Zollkontrollen an den Grenzen und Prüfungen können dazu beitragen, groß angelegte Importe einzudämmen, während die Aufklärung der Kunden diese dazu anregt, es sich zweimal zu überlegen, bevor sie Produkte kaufen, die zu gut erscheinen, um wahr zu sein.
Dienstleistungen zum Markenschutz können Ihnen dabei helfen, Fälschungsaktivitäten aufzudecken, zu überprüfen, durchzusetzen und zu melden. Gleichzeitig kann Ihnen die Unterstützung bei Produktrückrufen dabei helfen, sich wieder zu erholen, falls Ihr Vertriebskanal oder Ihr Produkt beeinträchtigt wird. Klicken Sie hier, um mehr über die neuesten Trends zu erfahren und sich und Ihr Unternehmen mithilfe unseres aktuellen Rückrufindexes vor Fälschungen zu schützen.
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