Von Chris Harvey, Vizepräsident, Krisenmanagement

Es ist wieder soweit: Die gruselige Halloween-Stimmung liegt in der Luft. Und obwohl Geister, Vampire und Monster schon unheimlich genug sind, gibt es eine Sache, die einem wirklich einen Schauer über den Rücken jagen kann – schlecht abgewickelte Rückrufaktionen.

Unabhängig davon, ob ein Produkt neu auf dem Markt ist oder sich bereits etabliert hat – kein Produkt ist vor Mängeln gefeit. Und wenn es zu einem Rückruf kommt, kann dies sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher alarmierende Folgen haben. In extremen Fällen kann dies sogar zum Ruinvon Markenund sogar ganzen Unternehmen führen. Ein schlecht durchgeführter Rückruf kann einem Unternehmen auf Dauer schaden.

Angesichts der potenziellen Auswirkungen – warum sind nicht mehr Unternehmen auf Rückrufe vorbereitet? Zum Teil liegt es daran, dass sie sich der beängstigenden und potenziell ruinösen Folgen, die einRückruffür ihren Ruf haben kann, nicht bewusst sind. Ein Teil des Problems ist eine Frage der Zeit; Produkteinführungen können von Chaos geprägt sein, was die Fähigkeit beeinträchtigt, über das Hier und Jetzt hinauszudenken. Infolgedessen kann die Überlegung, Produkte zurückzurufen (falls etwas schiefgehen sollte), leicht übersehen werden.

Selbst Akteure, die davon überzeugt sind, dass ihre Organisationen für den Umgang mit Rückrufaktionen gerüstet sind, verstehen selten, was ein effektives Rückrufmanagement erfordert, und setzen sich auch nicht regelmäßig mit bewährten Vorgehensweisen auseinander. Zwar mag es einen Plan für den Umgang mit Verbrauchern und den Medien geben (sowie eine grobe Vorstellung davon, wie die interne Kommunikation gestaltet werden sollte), doch reichen diese Vorbereitungen bei weitem nicht aus, um als „Strategie“ zu gelten, die den durch eineRückrufaktiondrohenden Schaden wirksam mindert.

Fehler, die einen nicht loslassen

„Süßes oder Saures“-Training

Da Produktrückrufe in den Nachrichten immer mehr Aufmerksamkeit erregen und in den sozialen Medien an Bedeutung gewinnen, müssen Unternehmen ein umfassendes Programm zur Vorbereitung auf Rückrufe einführen. Wie beim „Süßes oder Saures“ muss man den besten Weg kennen, um die besten Belohnungen zu erhalten! Es obliegt jedem Mitarbeiter, auf Rückrufe vorbereitet zu sein und sich jedes Jahr mit dem vereinbarten Ablauf vertraut zu machen. Wenn nicht allen Mitarbeitern – von der Rezeption bis zur Geschäftsführung – ihre konkreten Aufgaben klar sind, steigt das Fehlerrisiko erheblich – und damit auch die Gefahr potenziell heikler Situationen sowohl für die Marke als auch für das Unternehmen.

Plan oder Vorahnung?

Einen Plan zu haben ist wichtig, doch um die quälende Vorahnung zu vertreiben, was bei einem schlecht gemanagten Rückruf mit Ihrem Ruf geschehen könnte, sind Tests erforderlich. Simulierte Rückrufe bieten die Möglichkeit, Ihre Reaktion in einem Szenario mit geringem Risiko zu proben, ohne dass Ihrem Unternehmen dabei gravierende Folgen drohen. Wenn Unternehmen es versäumen, die Belastbarkeit ihres Rückrufplans zu testen, laufen sie Gefahr, Schwachstellen erst während eines tatsächlichen Vorfalls zu entdecken, was zu erheblichen Störungen in der gesamten Lieferkette führen kann.

Unheimliche Nachrichten

Im Falle eines Rückrufs kann die Kommunikation zwischen Kunden, Partnern und Herstellern eine große Herausforderung darstellen. Unternehmen sollten darauf vorbereitet sein, Anfragen und Beschwerden zu bearbeiten, indem sie im Vorfeld Maßnahmen ergreifen, um eine zentrale Kommunikationsstelle einzurichten. So kann sichergestellt werden, dass schnell auf Bedenken oder Beschwerden reagiert, alle Parteien erreicht werden, die im Besitz gefährlicher oder fehlerhafter Produkte sind, und ein drohender Albtraum abgewendet wird.

Rückrufaktionen können in vielerlei Hinsicht beängstigend sein, unter anderem aufgrund unzureichender Rückverfolgbarkeits- und Dokumentationssysteme sowie angespannter Beziehungen zu den Aufsichtsbehörden. Unternehmen, die auf Rückrufaktionen vorbereitet sind, sollten sich zu dieser Jahreszeit jedoch nur um die Schrecken von Halloween sorgen.

Unternehmen mit einem erprobten Plan für Produktrückrufe erholen sich ausnahmslos schneller und stellen ihren vollen Betrieb früher wieder her als solche ohne einen solchen Plan. Das liegt daran, dass ein solider Plan für Produktrückrufe es Unternehmen ermöglicht, behördliche Vorschriften effizienter einzuhalten, die interne Organisationsstruktur aufrechtzuerhalten und das Vertrauen von Kunden und Verbrauchern zu bewahren, während gleichzeitig die finanziellen Kosten des Vorfalls selbst erheblich gesenkt werden.

BeiSedgwick unterstützt unser Markenschutzteam Unternehmen bei der Durchführung vonRückruf-Simulationen, um Risiken zu minimieren, bevor es zu einem produktbezogenen Vorfall kommt, und wir beraten unsere Partner bei der Entwicklung von Reaktionsplänen nach bewährten Verfahren. Da Rückrufe die gesamte Lieferkette in Aufruhr versetzen können, ist eine sorgfältige Planung unerlässlich, um sicherzustellen, dass jeder Aspekt des Rückrufs reibungslos abläuft!