3. August 2021
Verfasst von Douglas Dell, Vizepräsident und Leiter von Vale Training, einem Unternehmen der Sedgwick-Gruppe
Vielleicht kommen Sie zum ersten Mal mit der lackfreien Ausbeultechnik (PDR) in Berührung, nachdem Sie im Supermarkt waren oder nach einer Nacht mit schlechtem Wetter.
Ganz gleich, ob Ihr Fahrzeug eine kleine Delle durch einen Einkaufswagen oder schwere Schäden durch einen Hagelsturm aufweist – das Ergebnis sind ein oder mehrere Einbeulungen, die keine Anzeichen von Lackschäden aufweisen. Hier kommt PDR ins Spiel. Die meisten Schäden werden anhand eines Münzsystems gemessen: Dime, Nickel, Quarter und größer. Jahrelang wurde der Erfolg anhand einer Sichtprüfung gemessen und daran, ob die Delle geglättet worden war. Doch fortschrittliche Technologie verändert die Spielregeln.
Vor mehr als einem Jahrzehnt entwickelte Vale ein neues Verfahren zur Messung der Reparaturgenauigkeit, wobei Technologien zum Einsatz kamen, die zuvor auf die Fertigungs- und Luftfahrtindustrie beschränkt waren. Das Prüfprotokoll führte das 3D-Scannen ein – dabei werden die Tiefe der Delle und deren Beseitigung im Mikrometerbereich (1/1000Millimeter) gemessen. Die dadurch erzielte Genauigkeit war in der Branche beispiellos. Die Möglichkeit, eine Reparatur präzise zu messen, liefert statistischen Nachweis dafür, dass das Fahrzeug nahezu in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde – wobei der Wert vor dem Schaden erhalten bleibt, und das in der Regel zu geringeren Kosten als bei einer herkömmlichen Karosseriereparatur. Was macht die zertifizierten PDR-Protokolle von Vale also so wichtig?
Sensoren, Kalibrierung und Sicherheit
Sensoren sind entscheidende Komponenten moderner Fahrzeuge. Als „Augen“ des Autos ermöglichen sie alles – von den Funktionen bestehender Fahrerassistenzsysteme (ADAS) wie automatischem Bremsen und Spurhalteassistent bis hin zur Einparkhilfe. Wenn diese „Augen“ nicht in die richtige Richtung blicken oder nicht klar sehen, kann dies dazu führen, dass das Fahrzeug mitten auf der Autobahn unnötig bremst oder plötzlich auf eine andere Fahrspur ausweicht.
Die Kalibrierung ist einer der wichtigsten Faktoren, die sicherstellen, dass die Sensoren eines Fahrzeugs gemäß den OEM-Standards funktionieren. Während des Reparaturprozesses verwenden PDR-Techniker Werkzeuge, die von der Rückseite der Fahrzeugkarosserieteile eingeführt werden. Wird dies nicht korrekt durchgeführt, besteht die Gefahr, dass die Funktion dieser kritischen Sicherheitssensoren – einschließlich der Airbag-Auslösung – beeinträchtigt, verändert oder außer Kraft gesetzt wird. Vor Beginn der Arbeiten stellt ein Scan vor der Reparatur sicher, dass alle durch den Unfall verursachten Schäden identifiziert werden und dass Ihr Versicherungsanspruch alle Schäden an diesen kritischen Systemen angemessen berücksichtigt. Nach Abschluss der Reparatur wird ein Scan nach der Reparatur empfohlen, um zu überprüfen, ob das Fahrzeug und alle seine Sicherheitsfunktionen ordnungsgemäß funktionieren. Es reicht nicht mehr aus, zu sagen: „Es sieht aus wie neu.“ Ohne eine Überprüfung vor und nach der Reparatur könnten Sie Ihr Fahrzeug mit technischen Mängeln im Wert von Tausenden von Dollar zurückerhalten.
Wertminderung eines Fahrzeugs
Ein gängiges, jedoch unsachgemäßes PDR-Verfahren ist das Bohren von Löchern in Karosserieteile. Wenn Techniker Löcher in Karosserieteile bohren, um sich schnellen Zugang zu verschaffen, beeinträchtigen sie dauerhaft die Crash-Sicherheit des Fahrzeugs – sie schwächen die Sicherheitsstruktur des Fahrzeugs und mindern dessen Wert. Stattdessen drücken oder klopfen Vale-zertifizierte Techniker die Karosserieteile vorsichtig zurück, um das Fahrzeug wieder in den Zustand vor dem Schaden zu versetzen.
Um Wertverluste bei Fahrzeugen zu vermeiden und die Sicherheit zu fördern, schulen wir Techniker im PDR-Verfahren und vermitteln ihnen die Bedeutung von Vor- und Nachscans. Wir hoffen, dass Sie diese Gelegenheit auf der bevorstehenden Mobile Tech Expo in Las Vegas nutzen werden, wo unser US-Partner „PDR Testing and Certification“ während der Veranstaltung vom 26. bis 28. August Technikerprüfungen durchführen wird. Darüber hinaus wird Vale Schulungen zu Kostenkalkulation und Elektrofahrzeugen (EV) durchführen und ein Stipendium zu Ehren von Bobby Walker ankündigen, einem Vale-Ausbilder und PDR-Zertifizierer, der 2020 verstorben ist. Das Stipendium ermöglicht die Teilnahme an einem der Vale-Programme für Kraftfahrzeuge, Sattelzüge oder Baumaschinen, um die eigenen Fähigkeiten zu erweitern und die Karrierechancen zu verbessern. Weitere Details zu den PDR-Zertifizierungsmöglichkeiten und Neuigkeiten von der Messe folgen in Kürze.
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